Deutsch Sprachbuch 2, Lina und Felix, Geschichtenbuch [Vorschau]

Mit dir wird es nie fad. Auf zum nächsten Abenteuer! Lesen mit Lina und Felix Deutsch zu Sprachbuch und Sprach-Lese-Buch

Deutsch Christine Rettl www.oebv.at Lesen mit Lina und Felix Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Name: Lina Das mache ich gern: Lesen, Computer spielen Ich höre gern: Popmusik Mein Lieblingsbuch: „Ronja Räubertochter“ von Astrid Lindgren Das finde ich toll: Fußball spielen, schwimmen, lesen Was ich nervig finde: streiten Das finde ich eklig: Glibber (glitschige Masse) Das würde ich gern mal machen: ans Meer fahren Darin bin ich super: Geschichten erfinden Hier kannst du eine lesen: Vor dem Einschlafen, stelle ich mir vor, wie ich im Meer tauche. Ich kann urlange unten bleiben, ohne Luft zu holen. Ich befreie Wasserschildkröten von Plastikabfällen und rette Tintenfische aus den Fangnetzen. Die Tiere berühren mich noch sanft, bevor sie wegschwimmen. Zuletzt bringt mich ein Delfin nach oben und sicher in mein Bett. Erfinde selbst eine Geschichte, in der du die Heldin oder der Held bist. 2 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Name: Felix Das mache ich gern: Computer spielen, Rad fahren Ich höre gern: Popmusik Mein Lieblingsbuch: „Das neue Buch der Rekorde“ Das finde ich toll: Freunde haben Was ich nervig finde: aufräumen Das finde ich eklig: Erbsensuppe Das würde ich gern mal machen: in einem Baumhaus schlafen Darin bin ich super: rechnen, springen In meinem Buch der Rekorde steht, dass die besten Weitspringer fast neun Meter weit springen. Die können einfach über einen Bach springen, ohne sich die Füße nass zu machen! Ich kann eineinhalb Meter weit springen. Lina schafft manchmal auch fast so viel. Überlege, was du besonders gut kannst, und schreibe es auf: 3 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Lina wünscht sich einen Hund „Heute haben wir in der Schule über verschiedene Tiere gesprochen: Über Kühe, Schweine, Schafe, Ziegen, Gänse, Katzen und Hunde“, erzählt Lina ihrer Mama nach der Schule. „Und stell dir vor, fast alle in der Klasse haben eine Katze oder einen Hund! Ich will so gerne auch einen Hund zum Streicheln!“ Linas Mutter ist nicht begeistert: „Ein Tier braucht viel Aufmerksamkeit und kostet auch Geld.“ Lina zieht ein Gesicht. Ihre Mutter erklärt: „Jeder Hund muss vom Tierarzt geimpft und gechipt* werden. Er muss regelmäßig gebadet, gebürstet, und vor allem muss er erzogen werden. Dazu muss er in die Hundeschule. Für all das braucht man viel Zeit.“ Sie streicht über Linas Haar. „Sei nicht traurig!“, tröstet sie. „In den Ferien fahren wir öfter zu Oma, die hat doch vor kurzem einen Hund aus dem Tierheim geholt.“ Lina geht in ihr Zimmer. Omi sagt, wenn man sich etwas ganz fest wünscht, geht es in Erfüllung. Sie schließt die Augen und denkt: Ich will so gerne einen Hund! Wenn nicht in echt, dann wenigstens geborgt! * Dabei bekommt ein Hund einen Chip unter die Haut. Auf dem Chip ist auch der Name des Besitzers gespeichert. Bis zum Sommer dauert es noch schrecklich lange! 4 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Am Nachmittag läutet es an der Tür. Lina hört, wie Mama öffnet und „Guten Tag, Frau Grashupf“ sagt. Frau Grashupf wohnt im dritten Stock. „Ich habe eine Bitte“, beginnt Frau Grashupf. „In drei Tagen muss ich mein Knie operieren lassen.“ „Sie Arme“, hört Lina Mama sagen. „Alles Gute!“ „Danke! Würde Lina dann mit meinem Charly spazieren gehen? So lange bis ich es wieder selbst schaffe? Ich weiß, er mag sie.“ Lina hält die Luft an. Charly ist ein kleiner grauer Pudel. Er wedelt immer mit dem Schwanz, wenn er Lina sieht. Einmal hat sie ihm heimlich ein Stück Wurst gegeben. Das hat er sich bestimmt gemerkt. „Ich denke, Lina wird sich freuen“, hört sie Mama sagen. Lina grüßt höflich und Frau Grashupf wiederholt ihre Bitte. Neben ihr steht Charly und wedelt freudig. Lina streichelt über sein weiches Fell. Sie strahlt. „Wenn du magst, kannst du heute schon eine Runde mit ihm drehen“, sagt Frau Grashupf. Und ob Lina mag! Omi hat recht! Ganz fest wünschen hilft wirklich. Lies weiter. Findest du es gut, wenn die Geschichte so endet? Lina! Kommst du mal? 5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Oder sollte Lina lieber noch einmal mit ihrer Mama reden? Welches Ende gefällt dir besser? Da klopft Mama an Linas Tür. „Alles in Ordnung?“ Lina nickt. „Darf ich zu Felix gehen und die Aufgabe bei ihm fertig schreiben?“ „Ist gut!“ Mama streicht über Linas Wange. „Wenn sich Felix einen Hund wünscht, bekommt er ihn auch“, behauptet Lina. „Bist du dir sicher?“, fragt Mama. Lina nickt. Sie denkt: Den krieg ich schon so weit. Wenn er seine Eltern überredet, erzählen sie meiner Mama bestimmt, wie lieb so ein kleiner Hund ist. Dann kann sie gar nicht mehr Nein sagen. „So oder so“, sagt Mama. „Für uns kommt ein Hund nicht in Frage.“ Lina schaut sie böse an. „Wenn ich groß bin, werde ich zwei Hunde haben, nein fünf!“ „Die brauchen aber eine Menge Futter! Und denk dir, wieviel die Tierärztin kosten wird!“, gibt Mama zu bedenken. Lina verzieht den Mund. „Die Tierärztin isst den Hunden das Futter weg?“ Wie kommst du denn da drauf? Du hast doch gesagt, dass die Tierärztin viel kosten wird! 6 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Bevor ich einen Text lese, schau ich mir die Überschrift und die Bilder an. Ich lese den Text in den Sprechblasen. Dann überlege ich: Worum könnte es in der Geschichte gehen? vor dem Lesen während des Lesens nach dem Lesen Jetzt lese ich den Text. Ich unterstreiche Wörter, die ich nicht verstehe. Später kann ich nach der Bedeutung fragen. Nach dem Lesen spreche ich mit anderen Kindern. Ich frage sie, wie ihnen die Geschichte gefallen hat. Manchmal zeichne ich auch ein Bild zu einer Geschichte. Lina übt lesen 7 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Für Felix Lina sitzt am Tisch und überlegt. Lange Zeit sagt sie nichts. „Was ist mir dir? Brauchst du Hilfe?“, sorgt sich ihre Mama. „Felix hat bald Geburtstag und ich weiß nicht, was ich ihm schenken soll“, klagt Lina. „Beobachte ihn, hör ihm zu! So erfährst du am besten, was er gerne mag“, schlägt ihre Mutter vor. „Dafür sollte dein Taschengeld reichen, nicht wahr?“ „Ja schon, aber das ist als Geschenk zu einfach.“ Lina will Felix etwas Besonderes schenken. Aber was? Sie will herausfinden, was er sich am meisten wünscht. Am nächsten Tag hat Lina eine Idee. Sie fragt Felix: „Wenn dir plötzlich eine Fee erscheint und sagt, du hast drei Wünsche frei, was wünschst du dir dann?“ „Einen Swimming-Pool im Garten, ein ferngesteuertes Auto, und lauter Sehr gut im Zeugnis“, sagt er ohne viel nachzudenken. Lina seufzt. Mit diesen Antworten ist ihr gar nicht geholfen. Wie viel Geld braucht Lina für dreimal Eisessen ungefähr? Wie würdest du auf Linas Frage antworten? Das weiß ich auch so: Schoko-Vanille-Eis! Schenk ihm einen Gutschein für dreimal Eis essen. 8 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Eine Woche vor seinem Geburtstag kommt Felix am Nachmittag zu Lina. Er ist furchtbar traurig. „Diesmal gibt’s keine Party für mich! Meine Eltern haben null Zeit.“ Beim Abendessen erzählt sie ihrer Mama davon. Aber erst im Bett hat Lina DIE Geschenk-Idee: Eine Party für Felix! Vor Aufregung kann sie lange nicht einschlafen. Beim Frühstück will sie gleich damit loslegen. Aber ihre Mama kommt ihr zuvor. „Weißt du was?“, beginnt sie. „Wir geben eine Party für Felix! Was hältst du davon?“ Lina strahlt. „Das wollte ich auch sagen!“ Am nächsten Tag verteilt Lina in der Schule heimlich ein paar Einladungen. Sie will Felix einen Tag vor seinem Geburtstag überraschen. Jetzt hat sie immerhin dreimal Eis essen und die Party als Geschenke für ihn! „Ich sorge für das Essen und die Getränke, und du für den Aufputz“, sagt Linas Mama zu Hause. Lina ist begeistert. Sie will den Garten mit vielen bunten Luftballons schmücken. Außerdem zeichnet sie Tischkarten mit lustigen Tieren darauf. Für Felix einen Igel, das ist sein Lieblingstier. Was würdest du deiner besten Freundin oder deinem besten Freund schenken? Kommst du trotzdem zu mir? Klar! Was denkst du denn? 9 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Am nächsten Morgen in der Schule überrascht Lina Felix mit einer Einladung. „Also doch eine Party!“ Felix ist sprachlos vor Glück. „Vergiss nicht! Morgen um drei Uhr bei mir!“, sagt Lina. Wie könnte er das vergessen! Zur verabredeten Zeit stürmt Felix zu Lina in den Garten. „Happy Birthday!“, klingt und singt es von allen Seiten. Die Gäste haben sich versteckt. Jetzt springen sie hervor. „Hoch soll er leben!“ Linas Mama bringt eine große Torte. Acht Kerzen brennen! Felix holt tief Luft und bläst sie alle auf einmal aus. Auf dem Tisch liegen Geschenke: Ein Sachbuch, ein Ball und ein lustiger Bär, der sprechen kann. Ich mag dich, brummelt er, wenn man auf seinen Bauch drückt. Lina überreicht Felix den selbstgemachten Gutschein. „Danke für das tolle Fest!“, ruft Felix. „Drück auf meinen Bauch!“, verlangt Lina. Felix tut es. „Ich mag dich“, brummt Lina. „Ich dich auch! Und jetzt lass uns Eis essen.“ Bereitet den Text für den Vortrag vor. Verteilt die Rollen und markiert die wörtlichen Reden in verschiedenen Farben: Erzählerin oder Erzähler, Lina, Linas Mama, Felix, Gäste 10 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Zeichne Tischkarten mit Tieren für deine Freundinnen und Freunde. Lass jedes Kind die passende Tierstimme nachahmen. Was macht echte Freundschaft aus? Streiche durch, was Freundschaft schaden kann. Fällt dir noch etwas ein? Sprich darüber mit deinen Freunden. einander helfen angeben loben zusammenhalten trösten zuhören streiten, aber richtig miteinander reden miteinander lachen Geduld haben versöhnen sich beschimpfen füreinander da sein nie Zeit haben bewundern beschützen spotten eifersüchtig sein ein Löwe brüllt wie Laura 11 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Ein Wochenende bei Oma „Diesen Freitag habt ihr schulfrei“, verkündet die Lehrerin. „Juhu!“, ruft Lina. Die Lehrerin nickt Lina freundlich zu. „Ihr freut euch bestimmt, weil ihr dieses Wochenende mehr Zeit zum Lesen habt.“ Sie zwinkert den Kindern zu. „Am Freitag haben wir keine Schule“, erzählt Lina zu Hause. „Oje!“, sagt ihre Mama. „Ich muss am Freitag den ganzen Tag arbeiten. Am besten du fährst am Donnerstag mit dem Bus zu Oma. Sie hat dich schon so lange nicht gesehen!“ Lina nickt. „Begeistert bist du nicht gerade“, bemerkt Mama. „Oh ja schon“, sagt Lina. Sie hat Oma sehr lieb, außerdem hat Oma Tiere. „So richtig Spaß macht es aber nur mit Felix! Darf er mitfahren?“ „Mal sehen.“ Lina überlegt, ob sie Felix anrufen soll. Ihre Mama hat nichts dagegen. Zwei Minuten später ist er da. Er hat sein neues Brettspiel dabei. „Ich darf!“, ruft Felix. „Juhu!“, macht Lina. Dann nimmt Felix das Spiel aus der Schachtel und erklärt Lina die Regeln. Die beiden beginnen zu spielen. Kommst du am Freitag zu mir? Weiß noch nicht. Muss erst fragen. 12 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Es wird mäuschenstill im Kinderzimmer. Sie hören, wie Linas Mama im Nebenzimmer telefoniert. Lina zieht ein Gesicht. „Du denkst immer nur ans Essen!“ Felix grinst. „Nicht immer!“ Er kramt in seiner Reisetasche. „Schau her!“ Als Lina am Donnerstag aus der Schule nach Hause kommt, ist ihre Mutter schon da. Lina hüpft im Zimmer herum. „Genug gejubelt“, sagt Mama. „Jetzt wird der Rucksack gepackt! Vergiss dein Lesebuch nicht!“ In Windeseile packt Lina ein, was sie braucht. „Wann fährt der Bus?“, fragt sie. „In einer Stunde! Du weißt, wo ihr aussteigen müsst. Die Mama von Felix bringt euch zur Haltestelle. Hier ist dein Fahrgeld.“ Wenig später läutet es an der Tür. Ein rascher Abschied, dann geht die Reise los. Oma hat jetzt auch zwei Ziegen und einen Hund! Und Hühner hat sie doch auch! Da gibt es immer frische Eier! Ja, genau, dieses Wochenende … 13 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Er holt zwei Tischtennis-Schläger und einen Pingpongball hervor. „Deine Oma hat einen Tischtennis-Tisch gekauft!“ „He! Das weiß nicht einmal ich“, wundert sich Lina. Lina schaut auf die Uhr. „Nur noch eine Stunde fahren“, sagt sie. „So lange?“, klagt Felix. „Da schlafe ich ja ein!“ „Prima! Dann kannst du wenigstens keinen Quatsch reden!“, lacht Lina. Pünktlich hält der Bus am kleinen Dorf-Bahnhof. Omas Hund wedelt freundlich. „Das ist Filou“, sagt Linas Oma. „Er ist sanft wie ein Lamm. Steigt ein! Ihr seid bestimmt sehr hungrig.“ Sie klettern in Omas altes Auto. Felix bemerkt die zerrissenen Ledersitze. „Ein altes Modell genau wie ich“, bemerkt Oma fröhlich. Filou springt auf den Vordersitz. „Der Motor ist urlaut!“, ruft Felix. „Ich hör nichts!“, antwortet Oma. „Der Motor ist zu laut! Willkommen in meinem Zuhause! Ich wünsche euch ein frohes Wochenende!“ Lina strahlt. „Das haben wir bestimmt!“ Woher könnte Felix vom Tischtennis-Tisch erfahren haben? Da ist Oma! Und da ist ihr Hund! Hallo ihr beiden! 14 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Hast du die Geschichte aufmerksam gelesen? Beantworte die Fragen in ganzen Sätzen. Ergänze die fehlenden Wörter. Wer fährt wo? Verbinde. Gibt es mehrere Möglichkeiten? Lina und Felix mit dem Bus. Omas Hund heißt . Er ist wie ein Lamm. Wo wird Lina das Wochenende verbringen? Was soll Lina beim Packen der Reisetasche nicht vergessen? Wer fährt außer Oma, Felix und Lina noch im Auto mit? Bus Feldweg Fahrrad Schienen Zug Straße Traktor Radweg 15 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Lina und Felix auf dem Spielplatz Das Wochenende bei Oma ist viel zu schnell vergangen! Am Montag trifft Lina Felix im Park. Sie packt eine Jause und das Handy ein, darauf hat ihre Mama bestanden. Aber fast hätte sie das Wichtigste vergessen: den Ball! Schnell steckt sie ihn in ihren Rucksack und geht los. Die Parkbank neben dem Spielplatz ist frei. Lina setzt sich hin und wartet. Endlich, da kommt Felix! „Komm auf die Wiese, wir spielen Ball“, ruft Lina. „Jeder hat fünf Versuche, den Ball hochzuwerfen und zu fangen. Du fängst an.“ Felix gelingt ein hoher Wurf, aber Lina hat gar nicht hingeschaut. „He! Da liegt etwas!“, ruft sie und bückt sich. „Lass das liegen! Ist bloß Abfall“, sagt Felix. „Noch nie was von Umweltschutz gehört?“ „Ja, schon! Aber jetzt spielen wir Ball!“, murrt Felix. „Nachher“, sagt Lina. „Erst machen wir die Wiese sauber!“ Sie geht umher und hebt zwei Dosen auf, drei alte Jausenpapiere und eine leere Plastikflasche. Felix hebt eine leere Getränkedose auf. „Ihr seid aber brav!“, lobt eine alte Dame. Sie bückt sich nach einem Plastiksackerl. „Plastik verrottet erst nach Jahren.“ War urschwer, die Aufgabe! Was? Die paar Sätze? 16 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Felix freut sich über das Lob. Eifrig macht er weiter. Lina grinst, aber sie sagt nichts. Als die Dame geht, gibt sie jedem zwei Euro zur Belohnung. Plötzlich entdecken die beiden Emily auf der Schaukel. Felix erklärt: „Jeder wirft nur so oft, bis ihm ein Fehler passiert. Dann kommt der Nächste dran. Jedes Mal Fangen ist ein Punkt. Wir spielen drei Runden. Wer die meisten Punkte hat, gewinnt.“ Lina und Emily sind einverstanden. Emily muss nach dem sechsten Wurf aufhören. „Sechs Punkte!“ Lina holt Zettel und Bleistift aus ihrer Jacke und notiert es. „Genau ist genau.“ Sie selbst trifft neun Mal. „Und jetzt du, Felix!“ Felix schafft fünf Treffer! „Wow!“, ruft Lina. In der zweiten Runde gelingen Lina zehn Punkte. In der zweiten und dritten Runde erreicht Emily zehn Punkte. Am Ende hat Lina fünfundzwanzig Punkte. Felix hat um fünf Punkte weniger. Kannst du die Spielregeln mit eigenen Worten erklären? Wer hat nach der dritten Runde gewonnen? Rechne nach. Spielst du mit uns Ball? Jeder hat fünf Versuche. Halt! Ich habe eine Idee. Wir ändern die Spielregeln … Ich bin für zehn! 17 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

„Ich habe gewonnen!“, ruft Lina. „Nein, ich!“, ärgert sich Emily. „Hört auf zu streiten“, sagt Felix. „Ich bin das Schlusslicht, soviel ist klar.“ Lina und Emily lachen, sie legen den Ball ins Gras. „Emily ist die Siegerin“, sagt Lina. „Aber du hast heute spitzenmäßig gespielt, Felix! Was machen wir jetzt?“ „Wie wäre es mit einem Eis? Beim Teich gegenüber vom Park ist ein Eisstand!“ Alle drei sind begeistert. Kurze Zeit später sitzen sie am Teichufer und schlecken zufrieden ihr Eis. Nachher waschen sie ihre klebrigen Finger. Plötzlich bemerkt Lina, dass etwas fehlt: „Ich hab meinen Ball auf dem Spielplatz vergessen!“ Die Kinder laufen zurück. „Er ist weg!“ Lina schaut unter der Bank nach und hinter dem Strauch. „Den hat bestimmt jemand geklaut“, meint Emily. „Mein neuer Ball!“, ärgert sich Lina. „Was wird Mama dazu sagen?“ Als Lina nach Hause kommt, fühlt sie sich schlecht. Langsam geht sie die Stiege hinauf und sperrt auf. Wie angewachsen bleibt sie stehen. Was liegt da im Vorzimmer? Linas Ball! „Er sah so einsam aus auf der Parkbank“, sagt ihre Mutter. „Da habe ich ihn mitgenommen.“ Du spinnst wohl! Lass dir eine Ausrede einfallen! 18 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Welche Aussagen sind richtig, welche falsch? Kreuze an. r f Lina möchte mit Felix Ball spielen. Emily will auf der Spielwiese Mist einsammeln. Eine alte Dame lobt Lina und Felix. Ein paar Buben spielen mit Linas Ball. Felix gewinnt das Wurfspiel. Linas Ball ist kaputt. Beantworte die Fragen jeweils in einem ganzen Satz. Was könnt ihr für den Umweltschutz tun? Sammelt Ideen in der Gruppe und gestaltet ein Plakat. Warum sammeln Lina und Felix Abfälle ein? Was vergisst Lina auf der Parkbank? Wo findet Lina den Ball wieder? Wie hat dir die Geschichte gefallen? Unterhalte dich mit anderen Kindern in deiner Klasse. 19 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Felix will Schauspieler werden „Jetzt weiß ich genau, was ich einmal werden will“, sagt Felix. „Was denn?“, fragt Lina. Die beiden sitzen in seinem Zimmer und löffeln Jogurt mit frischen Erdbeeren. „Ich werde Schauspieler! Gestern war ich mit Mama im Theater“, erzählt Felix. „Wir haben das Märchen Hans im Glück gesehen! Urwitzig! Kennst du das?“ Lina denkt nach. „Mit dem Schneider, der am Ende König wird?“ „Falsch!“ Felix zieht ein Gesicht. „Du meinst Das tapfere Schneiderlein!“ Lina wischt ihren JogurtMund ab. „Ach, so! Dann ist es das Märchen mit dem Esel, bei dem vorne und hinten Goldstücke rauskommen? So einen hätte ich auch gerne!“ Felix schüttelt den Kopf. „Das heißt Tischlein deck dich!“ Er geht zum Bücherregal und holt sein Märchenbuch heraus. „Darin kommt ein Bub vor, der Hans heißt. Hans hat sieben Jahre lang fleißig gearbeitet“, beginnt Felix. „Sein Boss* belohnt ihn dafür mit einem Klumpen** Gold.“ „Wow!“, staunt Lina. „Und den bringt er dann zur Bank!“ „Nein! Damals gab’s noch keine Banken“, erklärt Felix. „Der Klumpen war viel wert und irre schwer. Autos hat es damals noch keine gegeben, nicht einmal ein Fahrrad. Er muss also zu Fuß gehen und den schweren Klumpen schleppen. Aber plötzlich kommt ein Mann auf einem Pferd daher. * Boss ist ein anderes Wort für Chef. ** Ein Klumpen ist ein großer Brocken. Hans im Glück ist eine ganz andere Geschichte. Du bringst mich ganz durcheinander! 20 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Hans möchte auch gerne durchs Land reiten und tauscht den Klumpen Gold gegen das Pferd ein!“ Lina tippt sich an die Stirn. „Der ist schön dumm! Um das Gold kann er sich zehn Pferde leisten!“ Felix nickt. „Aber er ist heilfroh, dass er reiten kann und nichts mehr schleppen muss!“ „Na, wenigstens hat er ein Pferd“, meint Lina. „Das hätte ich auch gern.“ Felix erzählt weiter: „Nur so lange, bis ihn das Pferd abwirft. Dann trifft er einen Bauern mit einer Kuh. Mit dem tauscht er …“ „… das Pferd gegen die Kuh und geht wieder zu Fuß!“, unterbricht Lina. „Sei still! Hans treibt die Kuh vor sich her. Ihm ist heiß und er hat schrecklichen Durst.“ „Er soll die Kuh melken“, meint Lina. „Dann hat er Milch.” „Die Kuh verpasst ihm einen festen Tritt“, erzählt Felix. „Im Theater war es viel witziger als im Buch! Der Schauspieler, der den Hans gespielt hat, war urkomisch. So ist er gegangen, und so hat er dreingeschaut!“ Felix macht es vor. „Haha“, macht Lina. „Und die Kuh tauscht er ein gegen ein Schwein!“ „Wieso weißt du das?“, ärgert sich Felix. „Hab ich geraten!“ „Du unterbrichst mich immer!“, ruft Felix. Das lässt sich die arme Kuh gefallen? So klug ist der Hans auch. Er kann aber nicht melken und zupft und zieht am Euter herum. 21 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

„Weil es sonst fad wird“, sagt Lina. Eine Weile blättert Felix im Märchenbuch und sagt gar nichts mehr. „Bist du jetzt sauer? Erzähl weiter“, bittet Lina. „Ich bin still wie eine Fledermaus. Versprochen!“ Felix zeigt auf ein Bild. „Da tauscht der Hans gerade das Schwein gegen eine Gans. Er malt sich aus, wie gut sie ihm schmecken wird.“ Lina hat still zugehört. Aber jetzt hält sie es nicht mehr aus. „Die arme Gans“, sagt sie mitleidig. „Der Hans hat wohl noch nie was von Tierschutz gehört!“ „Der geschieht nichts“, verspricht Felix. „Weil sie der Hans …“ „… tauscht!“, weiß Lina. „Für die Gans bekommt er einen Hasen? Einen Storch? Ein Krokodil?“ Felix klappt das Märchenbuch zu. „Nein, einen Papagei!“, antwortet er. „Der redet Unsinn, so wie du!“ „Ach, sei nicht böse! Wir spielen dein Märchen! Dann kannst du gleich üben!“ Da lacht Felix wieder. „Ich bin der Hans! Du spielst die anderen Rollen!“ „Ich geb’s auf“, sagt Felix. „Du bist ein Esel!“ Lina zeigt ihm die Zunge. „Und du eine Kuh!“, schimpft Felix. Plötzlich schaut Felix’ Vater bei der Tür herein: „Was ist denn hier los?“ „Wir spielen Theater“, erklärt Lina, und alle müssen lachen. Im Theater, aber doch nicht hier! Aber jemand muss Regie führen! Sonst weiß niemand, was er auf der Bühne machen soll. 22 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Felix hat das Märchen nicht zu Ende erzählt. Wie endet das Märchen von „Hans im Glück“? Kreuze an. So ein Märchen-Durcheinander! Verbinde die passenden Dinge mit den richtigen Märchen.* Über Nacht verwandeln sich die Federn der Gans in Gold. Von da an kümmert Hans sich liebevoll um das Tier. Als er zu Hause ankommt, ist die Mutter überglücklich. Hans tauscht die Gans gegen einen Schleifstein. Der Stein fällt aber in einen Brunnen, und so hat Hans schließlich gar nichts mehr, als er zu Hause ankommt. Hans begegnet einer traurigen Prinzessin, die Mitleid mit ihm hat. Sie nimmt ihn mit auf ihr Schloss. Die Prinzessin ist nie wieder traurig, weil Hans sie immer zum Lachen bringt. Stiefel Lebkuchenhaus Bettfedern Uhrenkasten Apfel Goldkugel Dornenhecke Froschkönig Frau Holle Dornröschen Schneewittchen Hänsel und Gretel Sieben Geißlein Gestiefelter Kater Was macht ein Regisseur oder eine Regisseurin? Gib den Begriff in einer Kindersuchmaschine ein. * Die Lösungen findest du auf Seite 48! 23 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Lina auf Hühnersuche „Hallo Oma! Da sind wir wieder!“ Lina hüpft vor Felix aus dem Bus. „Gibt’s was Neues?“ Die Kinder klettern in Omas altes Auto. Oma lächelt. „Lasst euch überraschen“, sagt sie geheimnisvoll. „Ein Tipp: Mit dem Längerschlafen ist es jetzt vorbei!“ „Ein Hahn!“, rufen Lina und Felix. „Er ist eine Schönheit“, sagt Oma stolz. „Er muss nur noch mit den Hühnern klarkommen. Da sind wir!“ Sie geht mit den Kindern zur Hühnerwiese. „Wo ist der Hahn?“, fragt Felix. „Da, du blindes Huhn!“ Lina zeigt auf den untersten Ast vom Holunderstrauch. „Ist der schön! So viele bunte Schwanzfedern! Und wie die schillern!“ „Leider mögen ihn nicht alle Hühnerdamen“, sagt Oma. „Wenn es Futter gibt, picken sie nach ihm! Alle außer die weiße Esmiralda.“ Lina hat Mitleid mit dem schönen Hahn. Sie lockt ihn mit einer Extraportion Futter. „Bist du schön! Komm her!“ Nach einer Weile wagt er sich vorsichtig näher. Lina hält den Atem an. In dem Augenblick kommt Felix angerannt. Erschrocken rennt der Hahn weg. Halt! Bevor du den Text liest, schaue dir die Überschrift und die Bilder an. Worum könnte es in der Geschichte gehen? Tut mir leid! Super, jetzt hast du ihn verjagt! 24 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Später spielt Felix mit Hund Filou auf der Wiese. Einstweilen geht Lina noch einmal zur Hühnerwiese. Vorsichtig nähert sie sich dem Holunderstrauch. Mit viel Geduld lockt sie den Hahn an. Es dauert nicht lange und er nimmt ein paar Maiskörner aus ihrer Hand. Lina ist überglücklich. Gegen Abend spazieren alle Hühner in den Stall. Lina schaut zu, wie sie auf die Stange flattern, jede auf ihren Platz. Weil Lina in der Nähe ist, wagt sich sogar der Hahn hinauf. „Du bist echt mutig“, lobt Lina und berührt ganz leicht seine Federn. Die müden Hennen stecken die Köpfe unter ihre Flügel. Lina bleibt noch eine Weile stehen. „Gute Nacht“, sagt sie leise. „Sind alle Hühner im Stall?“, fragt Oma. Lina nickt. „Der Hahn auch.“ „Gut gemacht“, lobt Oma. Der nächste Tag beginnt sehr früh … Lina ist im Nu fertig und läuft zur Tür hinaus. „Du hast ja super gekräht“, sagt Lina liebevoll und reicht dem Hahn ein paar Körner. Er scharrt auf der Wiese. Diesmal kommt er gleich gelaufen. Und er ist nicht allein! „Du hast Esmiralda mitgebracht“, staunt Lina. KIKERIKI! Sag ihm, er soll den Schnabel halten! 25 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

„Lina, du bist eine Zauberin“, sagt Oma beim Mittagessen. „Der Hahn ist plötzlich zahm geworden!“ Lina ist mächtig stolz. „Jetzt braucht er noch einen Namen“, meint sie. Die beiden überlegen noch eine Weile, aber da fragt Oma plötzlich: „Wer hat Lust auf etwas Süßes? Ich brauche Eier, Butter, Milch und Marmelade.“ „Juhu, es gibt Palatschinken!“, rufen die Kinder. „Meine Leibspeise“, freut sich Felix. „Ich hol die Eier“, sagt Lina. „Und ich die Marmelade!“ Felix geht in die Speisekammer. „Lina!“, ruft Oma. „Schau bitte nach, ob alle Hühner da sind, und mach die Stalltür zu!“ Lina sieht es auf den ersten Blick: Der schöne Hahn und Esmiralda fehlen! Sie schaut auf der Wiese nach. Da sind sie nicht! Sie geht in den Gemüsegarten und zum Kräuterbeet. Keine Spur! Lina geht ums Haus herum. Wenn ihnen bloß nichts geschehen ist! Langsam macht sie sich Sorgen. Weißt du, was Oma zubereiten möchte? Sehr lustig! Wie wär’s mit Hühnerauge? 26 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Ob sie Esmiralda rufen soll? Wie ruft man einen Hahn, der keinen Namen hat? Hahn? Rufen ist keine gute Idee, denkt Lina. Wenn Oma das hört, macht sie sich Sorgen. Irgendwo müssen die beiden doch sein! Im Holunderstrauch! Dort sitzt er doch so gerne. Vielleicht hat er Esmiralda seinen Lieblingsplatz gezeigt! Wenn die zwei da oben schlafen, sind sie in Lebensgefahr, denkt Lina. In der Nacht schleichen Fuchs und Marder umher. Aber auf dem Holunderstrauch sitzen die beiden Ausreißer auch nicht. Lina spürt, wie die Angst in ihren Bauch kriecht. Sie ist ratlos. Gleich wird Oma nach ihr rufen und fragen, ob alles in Ordnung ist. Was soll sie dann sagen? Lina will auf keinen Fall lügen! „Li-na!“, hört sie Oma rufen. Omas Stimme klingt lauter als sonst. Jetzt ist echt was passiert, denkt Lina. Am Ende sind Esmiralda und der Hahn überfahren worden! Die Straße ist nicht weit … „Lina! Ich muss dir was zeigen!“, ruft Oma. Aufgeregt läuft Lina zu ihr. „Komm mit!“, sagt Oma. Sie führt Lina ins Gästezimmer. Auf der Bettdecke hocken Esmiralda und der Hahn nebeneinander und kuscheln. Felix steht da und grinst: „Pech! Du musst heute leider im Hühnerstall schlafen!“ Wo würdest du den Hahn suchen? Beantworte die Fragen. Wo entdeckt Lina den schönen Hahn zum ersten Mal? Wie heißt die weiße Henne? Wo findet Lina den Hahn und die Henne? 27 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Lina denkt nach „Wie war’s in der Schule?“, fragt Mama. Lina zuckt mit den Schultern. Sie lässt sich auf den Stuhl fallen und schweigt. „Bist du müde? War irgendwas?“ Lina schüttelt den Kopf. Sie will nicht darüber reden. Später vielleicht. Zum Glück fragt Mama nicht weiter und geht in die Küche. Ein wenig allein zu sein, tut Lina gut. So kann sie in Ruhe darüber nachdenken, was in der Schulpause geschehen ist … Wie hat es angefangen? Erst war alles wie immer. Beim Rechnen an der Tafel war ich heute echt gut, denkt Lina. Aber dann in der Deutschstunde hat Felix sich beim Vorlesen lustig versprochen. Statt Nähnadel hat er Nähnudel gesagt! Alle Kinder haben gelacht, ich auch, obwohl ich seine Freundin bin. Sogar unsere Lehrerin hat gelacht. Felix ist rot geworden wie eine Paradeiser*. Doch dann hat er mitgelacht. „Jetzt ist es genug“, hat die Lehrerin gesagt. „Jeder kann sich einmal versprechen.“ Nachher hat Kevin gelesen und es ist wieder ruhig geworden in der Klasse. Aber in der Pause hat Daniel den Felix blöd angeredet. * Paradeiser ist ein anderes Wort für Tomate. Welches Wort verwendest du? Was man schimpft, das ist man selber! Hallo N ähnudel! 28 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

„Du bist eine echt doofe Nudel“, hat er gesagt. Das hat den Felix ziemlich geärgert. Der Freund vom Daniel, der hat ihn blöd angegrinst und auch noch „Hallo Nudelgesicht“ gesagt. Einer von den beiden hat dem Felix einen Schubs gegeben, sodass er fast umgefallen wäre! Der hat zurückgeschubst und dann ist die Rauferei losgegangen! Der Julian hat den Felix geschlagen, der hat zurückgehaut, und schon haben sie sich auf dem Boden gewälzt. Ich hab dem Felix nicht helfen können, weil er mit dem Julian so wild gerauft hat. Irgendwer ist zur Lehrerin gerannt. Die ist ganz schnell gekommen und hat gerufen: „Hört sofort auf!“ Da ist der Kampf vorbei gewesen. Lina sieht die beiden noch genau vor sich mit ihren roten Gesichtern. Felix kriegt bestimmt eine Beule auf dem Kopf und jede Menge blaue Flecken! Sprecht in der Gruppe über diese Fragen: Wie würdest du dich fühlen, wenn andere über dich lachen? Was denkt ihr über das Verhalten von Felix? Was hätte Lina eurer Meinung nach tun sollen? Gib’s ihm, Julian! Jemand muss etwas tun! 29 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Zur Strafe haben beide eine Stunde länger in der Schule bleiben müssen. Das war ungerecht, findet Lina. Felix hat nicht mit dem Raufen angefangen! Das hab ich der Lehrerin gesagt, aber sie hat gemeint, dass beide schuld sind. Dann hat sie ihnen etwas in die Mitteilungshefte geschrieben. Armer Felix! Und alles nur, weil er sich beim Lesen versprochen hat! Am Nachmittag läutet das Telefon. Felix ist zu Hause. Seine Stimme klingt verändert. „Mein Mund ist geschwollen“, sagt er. „Aber es ist nicht schlimm. Meine Mama hat nicht geschimpft. Kann ich zu dir kommen?“ Lina ist froh. Gleich darauf klingelt es an der Tür. „Hallo, Felix! Was ist denn mit dir passiert?“, fragt Linas Mama. „Kleine Rauferei in der Schule“, antwortet Felix. „Der Julian hat angefangen“, verteidigt ihn Lina. „Genau!“, sagt Felix. „Aber ich war stärker. Außerdem hat er sich bei mir entschuldigen müssen.“ „Hört zu, ihr beiden!“, beginnt Linas Mama. „Wenn Tiere kämpfen, gewinnt für gewöhnlich das stärkere. Wir Menschen lösen Konflikte* aber, indem wir miteinander reden. Stellt euch vor, wie es wäre, wenn die Politiker miteinander raufen würden! Die beste Lösung für Probleme findet man so sicher nicht!“ Lina und Felix nicken. Am Nachmittag schauen sie zusammen einen Film an, aber keiner von beiden spricht viel. So etwas wie heute darf auf keinen Fall noch einmal passieren, denkt Lina. * Ein Konflikt kann entstehen, wenn Menschen unterschiedliche Meinungen haben. Daraus kann sich ein handfester Streit entwickeln. 30 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Wie löst du einen Konflikt mit einer Freundin oder einem Freund? Kreuze an, was für dich stimmt. Freundschafts-Silbenrätsel Finde die passenden Wörter. Die Silben unten helfen dir. Streiche die Silben durch, die du schon verwendet hast. BÖ – DE – DEN – ENT – FEN – FLIKT – FREUN – GEN – KON – NEN – RAU – RE – SCHUL – SE – SÖH – TEN – VER – WAR – DI 1) Nach einem Streit sollte man sich … 2) Auseinandersetzung nennt man … 3) Einen Konflikt löst man nicht durch … 4) Die Worte im Streit sind oft … 5) „Ich will mich bei dir ...“ 6) Selbst den Anfang machen statt zu … 7) So machen es gute … 8) Wichtig ist, miteinander zu … Ich bin auf sie/ihn böse und warte auf eine Entschuldigung. Ich rede mit ihr/ihm darüber. Ich tue so, als wäre nichts gewesen. 1) 2) 3) 4) 5) 6) 7) 8) 31 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Das richtige Musikinstrument „Treffen wir uns nachher im Park?“, fragt Lina auf dem Nachhauseweg. Sie erwartet von Felix ein freudiges Ja. Das Wetter ist prima und der Unterricht war heute sogar um eine Stunde früher zu Ende. Aber diesmal antwortet er: „Nein! Nach vier vielleicht! Hab jeden Mittwoch um drei Gitarre-Stunde.“ „Das ist so“, erklärt Felix. „Mein Vater hat mir vorgeschlagen, ein Musikinstrument zu lernen. Ich habe mir die Gitarre ausgesucht, weil man dazu gut singen kann. Wer weiß, vielleicht werde ich noch ein berühmter Musiker!“ Das gefällt Lina. Sie überlegt, ob sie auch ein Instrument lernen soll … „Felix lernt jetzt Gitarre spielen“, erzählt sie zu Hause beim Mittagessen. „Das ist ja ganz etwas Neues“, sagt Linas Mama. „Dann muss er aber jede Woche fleißig üben. Ich bin gespannt, ob er das durchhält.“ „Warum soll er das nicht durchhalten?“, ärgert sich Lina. „Und überhaupt! Ich will jetzt auch ein Instrument lernen!“ Mama wirkt verblüfft: „Du jammerst schon, wenn du einmal ein bisschen mehr Aufgaben schreiben sollst!“ Seit wann lernst du Gitarre spielen? Seit heute! 32 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

„Hausaufgaben sind langweilig! Musikmachen ist cool! Das will ich auch. Bitte Mama, lass mich ein Instrument lernen!“ Lina bettelt: „Bitte, bitte!“ Sie schmeichelt: „Ich verspreche dir, dass ich ab jetzt immer mein Zimmer aufräumen werde!“ „Versprich das lieber nicht“, meint Mama. „Das hältst du ohnehin nicht durch!“ Lina gibt ihr Bitten nicht auf, bis Mama „Na, meinetwegen“ sagt. „An welches Instrument hast du denn gedacht?“, will sie wissen. Lina denkt nach. „An ein Klavier?“ Sie sieht ihre Mutter fragend an. Die ist noch nicht überzeugt. „Vielleicht wäre es besser, mit etwas Kleinem anzufangen.“ Lina überlegt, welche Instrumente sie kennt. Was gibt es denn noch außer Klavier und Gitarre? Im Fernsehen hat sie schon öfter Leute gesehen, die Musik gemacht haben. Mit einer Geige zum Beispiel! „Die Geige klingt nur dann schön, wenn man richtig gut darauf spielen kann“, sagt Linas Mama. Welche Instrumente kennst du noch? Suche im Internet nach Bildern und Informationen. Trompete? Nein, zu laut! Da bin ich ja beruhigt! 33 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Da fällt Lina ein, dass sie einmal ein Musik-Bilderbuch bekommen hat. Darin sind alle möglichen Instrumente zu sehen. Im Internet kann man sich anhören, wie sie klingen. Lina holt das Buch und betrachtet das Bild mit der Geigenspielerin. Ob die auch so viel übt? Jetzt entdeckt sie ein Bild von einem Kontrabass. „Der ist viel zu groß für mich!“ Sie schaut die verschiedenen Instrumente genau an. Mit einem Mal kommt ihr das Spielen auf Streichinstrumenten besonders schwierig vor. Dann schon lieber ein Blasinstrument, denkt sie. „Schau, das ist eine Querflöte, und das hier ist eine Oboe“, sagt Mama. „Aber die Blasinstrumente haben viel zu viele Löcher und Tasten!“, ruft Lina. Sie merkt selbst, dass ihre Begeisterung kleiner und kleiner wird, vor allem dann, wenn sie an das stundenlange Üben denkt. Mama scheint ihre Gedanken erraten zu haben, denn sie sagt: „Wenn dir das Üben Freude macht, wird es dir gar nicht besonders schwerfallen.“ Nach einer Weile fragt Mama: „Hast du dir schon ein Instrument ausgesucht?“ Sie öffnet ihre Schreibtischlade. „Hier habe ich eine Triangel für dich. Sie klingt hell wie eine Glocke.“ Klingt echt schön! 34 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Lina ist begeistert. Sie entdeckt noch ein Instrument in der Schublade. „Meine alte Holzblockflöte!“, freut sich Mama. „Die hatte ich total vergessen!“ Lina erschrickt selbst über den lauten schrillen Ton. „Nicht so!“ Mama erklärt ihr, wie man richtig hineinbläst, aber ihr gelingt auch kein sauberer Ton. „Meine arme Flöte liegt schon viel zu lange in der Lade. Stell dir vor, die hab ich bekommen, als ich ungefähr so alt war wie du! Ich konnte recht gut Flöte spielen. Ich werde sie putzen und ölen, dann hast du gleich ein Instrument, das du lernen kannst!“ Lina klappt das Musik-Bilderbuch zu. „Ich spiele lieber Triangel! Dann hab ich keinen Stress mit dem Aufräumen!“ „Das sieht dir ähnlich“, lacht Mama. Hier haben sich Fehler eingeschlichen. Lies genau und schreibe die falschen Wörter richtig auf. Gitarre Bockflöte Geige Trifangel Querflöte Schagzeug Kontrabuss Trompete Oboe Klatier Klarinette 35 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Lina fühlt sich krank „Morgen kommt die Schulärztin“, sagt die Lehrerin. „Ich setze voraus, dass ihr alle sauber gewaschen und gekleidet in die Schule kommt! Das heißt kein Wettlauf und kein Fangenspielen auf dem Weg zur Schule!“ „Warum denn?“, wundert sich Felix und zieht die Augenbrauen hoch. „Weil du dann total verschwitzt in der Klasse ankommst, du Erdmännchen!“ Lina spricht nicht leise genug. Die halbe Klasse kichert. Felix ist sauer. „Was hast du denn?“, fragt Lina. „Bist du krank?“ Lina überlegt. „Na, wenn schon! Morgen kommt eh die Schulärztin.“ Felix wirft ihr einen bitterbösen Blick zu. Er denkt nach, welchen Tiernamen er Lina verpassen könnte. Ameisenbär? Erdferkel? Warzenschwein? Währenddessen wird sein Zorn immer kleiner. Eigentlich sind Erdmännchen sehr nette Tiere. Da fällt ihm ein, was ihm sein Vater neulich geraten hat: „Wenn du schon Schimpfnamen verwendest, dann erfinde welche!“ Die Schulglocke läutet. „Kommst du?“, fragt Lina. Felix räumt Hefte und Lesebuch aus dem Fach. „Geht dich gar nichts an, Grunzgurke“, murrt er. „Grunzgurke?“ Das Wort findet Lina lustig. „Na warte, du Schneckenschleim-Flieger“, gibt sie zurück. Unterstreiche beim Lesen Wörter, die du nicht kennst. Nach dem Lesen unterhalte dich mit anderen Kindern über die Begriffe. Ist dir eine Blattlaus über die Leber gelaufen? Haha! 36 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

„Schimmelohr!“ – „Kriechlappen!“ – „Krallenmonster!“ Lina hält sich den Bauch vor Lachen. Felix ist der weltbeste SchimpfwortErfinder. Außer ihr natürlich! Jetzt muss auch Felix lachen. Auf dem Nachhauseweg fällt Lina wieder ein, was die Lehrerin heute gesagt hat. Sie bleibt stehen, wie immer, wenn sie sich über etwas Sorgen macht. „Morgen kommt die Schulärztin! Muss man dann alles ausziehen?“ „Iwo!“, sagt Felix. „Wir müssen nur den Oberkörper freimachen.“ „Wozu denn?“, fragt Lina. Felix sieht ihr an, dass sie sich fürchtet. „Krieg dich wieder ein“, beruhigt er. „Damit die Schulärztin Herz und Lunge abhören kann. Sie schaut dir auch in den Hals und fragt, ob dir irgendwas weh tut. Das dauert gar nicht lange, du wirst schon sehen.“ Am nächsten Morgen ist Lina trotzdem aufgeregt. Die Schulärztin hat einen weißen Mantel an und schaut freundlich drein. Sie fragt die Kinder, ob jemand weiß, wie das Gerät heißt, mit dem sie gleich alle abhören wird. Sie hält es in die Höhe. Lina weiß es, aber jetzt fällt es ihr nicht ein. Emily zeigt auf und sagt: „Das ist ein Kaleidoskop!“ Die Schulärztin lächelt. „Nein, nicht ganz!“ Weißt du, was ein Kaleidoskop ist? Erkläre. Ein Stethoskop ist das! 37 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Felix zwinkert Lina zu. „Goldrichtig!“, lobt die Schulärztin. Lina ist mächtig stolz. Sie ist auch kein bisschen mehr aufgeregt. Dann verlässt die Ärztin die Klasse. Ein Kind nach dem anderen wird zur Untersuchung aufgerufen. Die Kinder müssen einzeln in das kleine Zimmer neben dem Lehrerzimmer gehen, dort findet die Untersuchung statt. Lina braucht nicht lange zu warten. „Da ist ja unser kluges Mädchen“, sagt die Schulärztin, als sie hereinkommt. „Du bist die …“ „Lina!“ Sie öffnet ihren Mund ganz weit, damit die Ärztin gut hineinschauen kann. „Sehr schön, Lina! Tief atmen, Luft anhalten, und ausatmen! Und jetzt husten!“ Dann fragt sie: „Tut es dir irgendwo weh?“ „Der Hals tut mir weh und die Ohren auch“, sagt Lina, weil sie noch nicht gehen möchte. Die Schulärztin leuchtet in ihren Mund, dann schaut sie in Linas Ohren. „Dein Hals ist nicht entzündet. Es ist alles in Ordnung! Du kannst dich wieder anziehen.“ Sie hat gemerkt, dass Lina nur Zeit schinden will. Aber so schnell gibt Lina nicht auf. „Jetzt nicht“, sagt Lina. „Nur wenn ich zu viele Zwetschken gegessen habe.“ „Du bist ein keckes Mädchen“, meint die Schulärztin. „Das sagt Mama auch immer!“ Wo? Hier? Oder da? Bauchweh hab ich auch. Da drückt es und zwickt es. 38 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Gesund oder ungesund? Kreuze an und schreibe ganze Sätze. gesund ungesund viel Bewegung im Freien machen viel Obst und Gemüse essen häufig Computer spielen oft Getränke mit Zucker trinken viel Wasser trinken häufig Sport machen oft naschen viel Fleisch und Wurst essen IøcÅh ⁄måaåcÅìe 39 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

In der Bücherei Lina ist ratlos. „Wir sollen ein Kinderbuch lesen und ein Referat darüber halten“, erzählt sie aufgeregt. „Weißt du schon, welches Buch du lesen willst?“, fragt Linas Mama. Lina zuckt mit den Schultern. „Ich hab keinen blassen Schimmer.“ „Hast du schon in deinem Bücherregal nachgesehen?“ „Da ist nichts Passendes“, antwortet Lina. „Was mach ich denn jetzt?“ Plötzlich läutet das Smartphone. Es ist Felix! „Hallo Lina! Ich hab ein Problem!“ In der Bücherei meldet sich Linas Mama mit ihrer Jahreskarte an. Dann geht sie mit Lina und Felix in den ersten Stock. „Ein ganzes Stockwerk voller Kinderbücher! Da findet ihr bestimmt etwas! Aber hier muss man leise sein!“ Lina und Felix nicken. Ein Herr von der Bücherei spricht die beiden freundlich an: „Sucht ihr etwas Bestimmtes?“ „Wir müssen in der Schule ein Referat halten und jetzt schauen wir, ob wir ein Buch dafür finden!“, sagt Felix mit gedämpfter Stimme. „Wir sind aber zum ersten Mal hier und kennen uns überhaupt nicht aus.“ Ich finde kein passendes Buch! Ich auch nicht! Das Beste ist, wir gehen in die Bücherei! 40 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

„Kommt mit“, sagt der Angestellte der Bücherei. Er führt die beiden zu einem der vielen Regale. „Alle Bücher sind nach den Familiennamen von Autorinnen und Autoren geordnet. Wenn es von einer Autorin mehrere Bücher gibt, sind sie auch nach dem Alphabet gereiht. Ihr könnt Bücher herausnehmen, müsst sie aber wieder genau an ihren Platz zurückstellen.“ „Auwei, ist das kompliziert!“, flüstert Felix. „So viele Bücher! Da weiß man nicht, welches man zuerst nehmen soll!“ Lina überlegt. „Ich weiß was“, sagt sie. „Mein Lieblingsbuch ist Ronja Räubertochter von Astrid Lindgren. Die hat jede Menge Bücher geschrieben. Wir suchen bei dem Anfangsbuchstaben L, oder noch besser gleich hier bei Lin! Lind, Lindgren! Na bitte!“ Lina ist mächtig stolz. „Suchst du ein bestimmtes Buch? Dann frag mich!“ „Ich weiß schon eines: Fußballgeschichten vom Franz“, fällt ihm ein. „Interessiert mich auch!“, bemerkt Lina. „Von wem ist das?“ Das hört der Herr von der Bücherei. „Die Fußballgeschichten vom Franz findet ihr bei Nö. Die Autorin heißt Christine Nöstlinger.“ „Super! Danke! Das finden wir“, sagt Lina. „Das N ist nicht weit vom L.“ „Ui! Die hat aber auch viele Bücher geschrieben“, staunt Felix. Die besten Geschichten vom Franz! Die feuerrote Friederike! Das kenn ich! 41 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Felix blättert in dem Buch mit den Franz-Geschichten. „Das ist bestimmt toll! Aber die Fußballgeschichten sind nicht dabei. Schade.“ Felix schiebt das Buch wieder ins Regal zurück und sucht weiter. „Da hast du Pech“, sagt Lina. „Das Buch hat wahrscheinlich ein anderes Kind ausgeliehen! Du kannst solange die Franz-Geschichten lesen.“ „Mist“, ärgert sich Felix. Er holt das Buch wieder heraus, schlägt es auf und liest eine halbe Seite. „Ok! Das nehme ich. Ist echt witzig. Gehen wir?“ Er bewegt sich in Richtung Stiege. Lina schneidet ihm den Weg ab. „Du denkst echt nur an dich! Dass ICH noch kein Buch habe, fällt dir nicht auf.“ Lina geht zurück zum Regal mit den Astrid-Lindgren-Büchern und entscheidet sich für Pippi Langstrumpf. „Du willst die Pippi für dein Referat verwenden? Die kennen doch alle schon auswendig“, erklärt Felix. „Das ist urfad, wenn du mich fragst!“ „Ich frag dich aber nicht“, erwidert Lina. „Na ja, irgendwie hast du recht. Ich muss ein anderes Buch finden. Vielleicht dieses hier?“ „Da seid ihr ja!“, sagt Linas Mama. „Braucht ihr noch lange?“ „Felix hat schon ein Buch, ich muss mich noch entscheiden“, sagt Lina. Sie schiebt das Pippi-Buch zurück. Suchend wandert sie am Regal entlang. „Entschuldigt, dass ich mich einmische“, sagt Mama. „Hier gibt es so viele tolle Bücher. Am besten, ihr nehmt ein paar zum Lesen mit nach Hause.“ „Darf ich die so einfach mitnehmen?“, fragt Felix. 42 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

„Natürlich nicht! Du musst dich erst anmelden. Außerdem wird jede Ausleihe elektronisch erfasst, und du wirst informiert, wann du das Buch zurückbringen musst“, erklärt Linas Mama. „Wenn ich es aber noch nicht bis zu Ende gelesen habe?“, fragt Felix. „Dann kannst du die Frist verlängern lassen. Man kann ein Buch aber auch digital lesen, am Notebook oder am Tablet.“ „Ich mag es lieber in der Hand halten und darin blättern“, meint Lina. „Und ich will es lieber lesen“, sagt Felix und lacht. Finde heraus, wer welches Buch geschrieben hat, und verbinde. Jetzt ordne nach dem Alphabet und nummeriere. Achte dabei auf die Nachnamen der Autorinnen und Autoren!* Welches Buch hast du zuletzt gelesen? Kannst du in ein paar Sätzen zusammenfassen, wovon es handelt? Schreibe in dein Heft oder auf einen Zettel. Erstelle eine Leseliste am Computer. Käthe Recheis Fußballgeschichten vom Franz Christine Nöstlinger Jaguar, Zebra, Nerz Erich Kästner Pippi Langstrumpf Astrid Lindgren Der Kater mit den goldenen Pfoten 1 Heinz Janisch Emil und die Detektive Diese Bücher habe ich schon gelesen: Diese Bücher will ich noch lesen: * Die Lösungen findest du auf Seite 48! 43 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Eine Freundin wird gemobbt „Stimmt es, dass heute in eurer Klasse etwas vorgefallen ist?“, fragt Linas Mama. „Woher weißt du das?“, wundert sich Lina. Sie zieht ihre Schuhe aus und wäscht sich die Hände. „Ich habe die Mutter von Felix getroffen. Erzähl mir in aller Ruhe, was los war“, sagt ihre Mama sanft. „In den ersten zwei Schulstunden war alles wie immer. Angefangen hat es mit meiner Freundin Emily. Sie ist in der großen Pause mit einem Stapel Fotos zu mir gekommen. Die waren von den letzten Ferien bei ihrem Onkel. Da waren Bilder mit einem lieben Hund und zwei süßen Katzen. Und dann hat sie mir noch ein paar Fotos gezeigt, wo sie mit ihrem Cousin drauf war. Auf einem hat er den Arm um sie gelegt. Dann hat sie die Fotos wieder in die Schultasche gesteckt. Dabei muss ihr eines runtergefallen sein.“ „Genau! Einer von den Buben hat es gefunden. In der Zeichenstunde ist es dann durch die Klasse gewandert. Die Emily hat einen Lover*, hat der Kevin gesagt, und alle haben blöd gegrinst. Er hat sich nicht zum ersten Mal über Emily lustig gemacht, weißt du! Irgendwer hat dann auch noch auf die Tafel geschrieben: EMILY IST VERLIEBT. * Lover ist Englisch und bedeutet Liebhaber. Die Umarmung! Das war das mit ihrem Cousin. 44 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Emily wollte ihr Foto natürlich zurückhaben, aber Kevin hat sie nur ausgelacht und dumme Sprüche gemacht. Dann hat die Emily geweint.“ Lina räumt die Teller in den Geschirrspüler. Sie schweigt eine Zeit lang, dann meint sie: „Ich habe vielleicht eine Idee. Ich allein kann für Emily bestimmt nicht viel ausrichten! Weißt du was? Ich gründe eine Anti-Mobbing-Gruppe! Felix frage ich zuerst. Der macht bestimmt mit. Leonie, Fatima und Sophie bestimmt auch. Wer noch? Vielleicht Julia! Ich muss sie alle für meine Gruppen-Idee gewinnen. Aber wie?“ „Lade Felix und die vier Mädchen doch übermorgen ein, und dann erzählst du ihnen von deiner Idee“, sagt Mama. „Ich bin sehr stolz auf dich, weil du dich für Gerechtigkeit einsetzt.“ Lina strahlt. Im Bett denkt Lina darüber nach, was sie den zukünftigen Mitgliedern ihrer Anti-Mobbing-Gruppe sagen wird. Sie sollen sich mal vorstellen, sie wären Emily und hätten die ganze Klasse gegen sich. Aber dieser Kevin ist nicht auf den Mund gefallen. Am Ende macht er sich über unser Reden lustig, und dann lachen alle über uns! Lina macht sich Sorgen. Sie beschließt, in diesem Fall lieber zur Lehrerin zu gehen. Sie ist die Einzige, die auf Kevin einwirken kann. Am nächsten Morgen ist Lina noch sehr müde, doch als ihr einfällt, was sie vorhat, springt sie hellwach aus dem Bett. „Alles in Ordnung?“, fragt ihre Mama beim Frühstück. Lina nickt. Sie will jetzt nicht darüber reden. Lieber nachher, wenn sie etwas erreicht hat. 45 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

Vor Beginn der ersten Stunde spricht sie mit Felix darüber. Er ist auch dafür, mit der Lehrerin zu sprechen. In der großen Pause geht sie mit klopfendem Herzen zum Lehrerzimmer. Die Lehrerin hört sich alles in Ruhe an. „Ich werde mit Kevin reden“, sagt sie dann. Vor dem Läuten lädt Lina noch rasch ihre Freundinnen und Felix zu sich nach Hause ein. Ihr ist nicht wohl bei der Sache. Kevin wird sagen, dass ich ihn bei der Lehrerin verpetzt habe, denkt sie. Aber es kommt anders. In der nächsten Stunde spricht die Lehrerin darüber, was eine gute Klassengemeinschaft ausmacht. „Was glaubt ihr, ist wichtig in einer guten Klassengemeinschaft?“ „Alle Kinder in der Klasse sollen zusammenhalten“, sagt eines der Mädchen. „Wenn es ein Problem gibt, sollen sie gemeinsam darüber sprechen“, meint ein anderes. „Sie sollen gemeinsam versuchen, es zu lösen“, sagt Felix. „Sehr gut“, lobt die Lehrerin. „Was sollte man auf gar keinen Fall tun, Kevin?“ Kevin sitzt wie erstarrt da. „Jemanden auslachen?“, fragt er unsicher. „Genau. Sich über jemanden lustig machen. Und wenn es doch einmal passiert, versucht man, es wieder gut zu machen, indem man sich Lehrerzimmer Kann ich bitte mit Ihnen allein sprechen? Es gibt ein Problem in unserer Klasse. 46 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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