Alles Geschichte! 6, Schulbuch

MATURATRAINING 188 Maturaaufgabe 2: Kinderarbeit früher und heute Aufgabenstellungen 1. Beschreibe die Auswirkungen der Industriellen Revolution auf das Arbeitsleben der Menschen in Europa. (Reproduktion) 2. Untersuche M1 im Hinblick auf die Arbeitsbedingungen von Kindern im 19. Jh. (Transfer) 3. Analysiere die aktuelle Situation der weltweiten Kinderarbeit (M2) und entwickle mögliche Strategien zur Eindämmung der Kinderarbeit. (Reflexion) Materialien (M) Die Arbeiterin und sozialdemokratische Politikern Anna Perthen erzählt aus ihrer Jugend. Als ich 12 Jahre alt war, mußte ich in eine Textilfabrik gehen, wo damals die Arbeitszeit noch von 5 Uhr früh bis 7 Uhr abends dauerte. Nachmittags von 4 bis 6 Uhr besuchten wir die Fabrikschule, welche neben der Fabrik in einem Gasthaus abgehalten wurde. Von 6 bis 7 Uhr ging es wieder in die Fabrik. Mit dem Lernen war freilich nicht viel los, wir betrachteten die zwei Stunden mehr als Erholung. Waren wir doch Kinder von 12 bis 13 Jahren, die von 5 Uhr früh arbeiten mußten. Und geschenkt wurde uns wahrlich nichts, im Gegenteil, die Arbeit war eine nervenanspannende. […] Ich war natürlich froh, daß ich bald Geld verdiente, aber die Enttäuschung war oft bitter. Der Verdienst war klein […]. Die 2 Stunden Schulbesuch wurden uns abgezogen. Wenn ich dann das Logis [= Unterkunft] bezahlt hatte, blieb nur ein kleiner Betrag übrig, und da wartete Samstag schon der Vater auf mich, um mir das Geld abzunehmen, so daß mir nur der Betrag blieb, den ich für die Brückenmaut zahlen musste. So ging es Woche für Woche; ich hatte, trotzdem ich schon so jung arbeiten gehen mußte, kaum das Notdürftigste anzuziehen. Als ich 14 Jahre alt geworden, ging ich mit den Eltern zusammen in eine Fabrik, wo wir dann noch an Sonntagen und an Wochentagen abends zu Hause arbeiten mussten. Als in der Fabrik ein sechswöchiger Streik ausbrach, um eine kürzere Arbeitszeit zu erreichen, kam ich in eine andere Fabrik. Der Vater, der beim Streik tätig war, wurde entlassen und fand nirgends mehr Beschäftigung. M1: Perthen, Anna: Der Anfang in Bodenbach. In: Popp (Hg.): Gedenkbuch 20 Jahre österreichische Arbeiterinnenbewegung. Wien, 1912 S. 112 (alte RS). Most children in child labour work within their own family unit Fig 22. Percentage distribution of children aged 5 to 17 years in child labour, by status at work, age and sex Own-account workers Employees Contributing family workers 72.1% 82.6% 74.5% 42.8% 77.1% 68.8% 17.3% 9.2% 12.9% 42.3% 12.4% 20.4% 10.7% 8.2% 12.6% 15.0% 10.5% 10.8% 5–17 years 5–11 years 12–14 years 15–17 years Girls Boys Total Age Sex Family work predominates across all regions Fig 23. Percentage distribution of children aged 5 to 17 years in child labour, by status at work and region Own-account workers Employees Contributing family workers 72.1% 82.4% 63.5% 60.6% 61.1% 49.9% 57.1% 17.3% 7.3% 26.9% 24.4% 29.5% 42.1% 36.4% 10.7% 10.2% 9.7% 15.0% 9.4% 8.0% 6.5% World Sub-Saharan Africa Northern Africa and Western Asia Central and Southern Asia Eastern and South-Eastern Asia Latin America and the Caribbean Europe and Northern America 17.0 million 27.6 million 115.3 million Notes: Due to rounding, figures in percentages do not add up to 100 per cent and numbers do not add up to the global total. The figure shows regional groupings used for SDG reporting. The region of Oceania is omitted because of low data coverage. Caution is warranted when interpreting data for Europe and Northern America due to the small number of children in child labour. Note: Due to rounding, figures in percentages do not add up to 100 per cent. 43 M2: Statistik aus dem UNICEF Bericht über Kinderarbeit, 2021. Online auf: www.unicef.de (23.10.2023) Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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