Alles Geschichte! 6, Schulbuch

170 LÄNGSSCHNITT Österreich vom Aufstieg zur Großmacht bis zum Ende der Monarchie Hausmachtpolitik der Habsburger Maximilian I. – heiraten und erben Maximilian I., der 1493 seinem Vater in den Erblanden nachfolgte, vergrößerte durch geschickte Ehevereinbarungen das Herrschaftsgebiet der Habsburger weiter. In zweiter Ehe heiratete er die Tochter des Herzogs von Mailand, was ihm eine hohe Mitgift bescherte. Das war ihm sehr willkommen, da seine Kassen leer waren. Mailand fiel ebenfalls später an die Habsburger. Seine Kinder verheiratete er nach Spanien. Philipp I. wurde später spanischer König. Bei der Wiener Doppelhochzeit 1515 wurden Maximilians Enkelkinder mit den Kindern des böhmisch-ungarischen Königs verheiratet. Als der ungarische König Ludwig II in der Schlacht bei Mohacs gegen die vordringenden Türken starb, ging die ungarische und die böhmische Königswürde mit Böhmen, Teile Ungarns und Kroatien ebenfalls an die Habsburger. Die Erbschaften und die dadurch bedingten Vergrößerungen der Hausmacht zogen langwierige Konflikte mit anderen europäischen Mächten nach sich. Im Westen und Süden gerieten die Habsburger in Opposition zu Frankreich und den italienischen Staaten, in Ungarn und am Balkan kam es zu Konflikten mit dem Osmanischen Reich. Kgr. England Hl. Röm. Reich Niederlande Burgund Kgr. Frankreich Paris Kgr. Spanien Kgr. Portugal Madrid 1516 Kgr. Neapel Sizilien Sardinien Rom Schweiz Worms 1482 Kgr. Böhmen Mähren und Schlesien Kgr. Polen Kgr. Ungarn Mohacs Wien 1526 Osmanisches Reich Nordsee Ostsee Mittelmeer Adria Rhein Elbe Donau Po Donau 0 300 600 km Das Habsburgerreich zur Zeit Friedrichs III. (Maximilians Vater) Erwerbungen durch Heirat 1482 Erwerbungen durch Heirat 1516 Erwerbungen durch Erbvertrag und Heirat 1526 Erwerbungen durch Erbverträge, Heiraten und Kriege bis 1526 (bis 1683 immer wieder von Osmanen beherrscht) Grenze des Heiligen Römischen Reiches Grenze habsburgischer Länder Grenze anderer Reiche Kgr. Königreich Mittelamerika Spanische Kolonien in Amerika im 16. Jh. Südamerika Mexiko M1: Erwerbungen der Habsburger im 15. und 16. Jh. Habsburgs Aufstieg Den Grundstein für den Aufstieg zur Großmacht legte Kaiser Friedrich III. (reg. 1440–1493). Er konzentrierte sich auf die Ausweitung der österreichischen Erblande. Die Hausmacht einer Dynastie umfasst jene Ländereien, die innerhalb derselben vererbt werden. Die Vergrößerung der Hausmacht war Ziel der dynastischen Politik. Friedrich III. initiierte eine Ehe zwischen seinem Sohn Maximilian I. und Maria von Burgund. Der Vater Marias, Herzog Karl I. (der Kühne), starb auf dem Schlachtfeld ohne männlichen Erben, wodurch das Erbe an die Habsburger fiel. Nach einer Reihe von kriegerischen Auseinandersetzungen behauptete Maximilian einen großen Teil seines Erbes, wodurch unter anderem die Niederlande an die Habsburger gingen. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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