Alles Geschichte! 5, Schulbuch

81 Was zeichnete die Hochkultur sonst noch aus? Um das Jahr 0 war die Entwicklung der Kultur der Maya durchaus mit dem Stand anderer Kulturen im mediterranen Raum, wie zum Beispiel der Römer, vergleichbar. Es gab zu dieser Zeit etwa 12 Stadtstaaten, vergleichbar in ihren inneren Strukturen mit den griechischen Poleis (Stadtstaaten). Es waren eindeutig voneinander abgegrenzte Gebiete in ständiger Konkurrenz. Man handelte miteinander, traf aber auch in Kriegszügen aufeinander. Die Stadtstaaten wiesen aber dennoch eine ähnliche Basiskultur auf. Es waren Gartenstädte, in denen auf wenig Fläche viel Ertrag erwirtschaftet wurde und deshalb viele Menschen gut ernährt werden konnten. Das führte zu einer hohen Bevölkerungsdichte. In den Städten gab es Paläste, Märkte und Zeremonialzentren, in denen Schreiber, Priester und Kunsthandwerker tätig waren. Welche Rolle spielte die Religion im Leben der Maya? Der Religion kam bei den Maya eine besondere Bedeutung zu. So wurden Götter für diverse Geschehnisse, wie beispielsweise die Ernte, den Tod und das Wetter, verantwortlich gemacht. Die Straßen in den Stadtstaaten waren oftmals Pilgerwege, auf denen große Prozessionen stattfanden. Die Herrscher legitimierten sich durch ihre Hingabe und Nähe zu den Göttern. Hat man den neuesten archäologischen Erkenntnissen nach schon Hinweise auf die Gründe des Untergangs dieser Zentren? Noch immer ist nicht alles vollständig geklärt, aber es steht außer Frage, dass die Verschlechterung der Umweltbedingungen eine große Rolle gespielt haben dürfte. Vieles davon kennen wir aus den heutigen Problemen, die uns der Klimawandel beschert: Es gab nachweislich im 8. und 9. Jh. eine lang anhaltende Dürreperiode und Waldbrände. Dies dürfte zu mehr Nahrungsknappheit und als Konsequenz zu mehr kriegerischen Auseinandersetzungen geführt haben. Die Zeremonialzentren verschwinden und die hochentwickelte Gesellschaft bricht zusammen. Herzlichen Dank für das Gespräch! Sehr gerne, ich bin froh, wenn die Geschichte der Maya in österreichischen Schulbüchern einen Platz findet. Die Schrift der Maya Das Verständnis über das Zahlensystem und den Kalender der Maya waren Forschungserfolge des 19. Jh., doch erst im 20. Jh. gelang es, die Schrift der Maya zu entschlüsseln. Das lag vor allem daran, dass nach der Eroberung durch die Spanier die Maya-Schriften großteils zerstört wurden. Man wollte durch die Zerstörung der Schriften die Kultur der indigenen Bevölkerung (= Ureinwohner/innen) auslöschen und die Menschen missionieren. Es sind auf der ganzen Welt nur vier Maya-Handschriften erhalten. Die schönste wird in der Landesbibliothek in Dresden aufbewahrt. Bei der Schrift der Maya handelt es sich um eine Mischung aus stilisierten Bildern und phonetischen Zeichen. Die Entschlüsselung der Schrift führte zu vielen neuen Erkenntnissen und moderne archäologische Methoden ermöglichen das Auffinden von vergessenen und im Dschungel verschwundenen Mayastätten. So kommen immer wieder neue erstaunliche Fakten ans Licht. M2 Maya-Codex mit Finsternistafel, in der Sonnenfinsternisse und Mondfinsternisse vorausgesagt werden Jetzt bist du dran: 1. Erstelle fünf Quizfragen zum Leben der Maya auf Basis des Experten-Interviews. 2. Beschreibe die abgebildeten Schriftzeichen der Maya (M2) und erläutere Unterschiede und Gemeinsamkeiten mit dir bekannten Schriftsystemen. 3. Diskutiere, inwiefern es möglich ist, eine Kultur durch die Zerstörung ihrer Schriften aus dem historischen Gedächtnis zu löschen. Finde je zwei Pro- und Kontra-Argumente. Nur zu Prüfzwecken – Eige tum des Verlags öbv

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