Alles Geschichte! 5, Schulbuch

3000 v. Chr. 2000 v. Chr. 1000 v. Chr. Jahr 0 1000 114 2.10 Politische Entwicklungen inWesteuropa amBeispiel von England und Frankreich Mi t te lmeer Nordsee Dublin Oxford London Dover Paris Bordeaux Toulouse Avignon 0 100 200 km Kgr. England Besitzungen König v. England 1154 … 1259 Herrschaftsgebiet König v. Frankreich Einflussgebiet franz. Krone Besitz & Einfluss Gft. Toulouse rivalisierende Herrschaft beider Länder M1 Frankreich und England vom 11. bis zum 13. Jh. Entwicklungen immittelalterlichen England Um 500 vertrieben germanische Angeln, Sachsen und Jüten die keltische Bevölkerung aus England und gründeten die sieben Königreiche Ost-Anglia, Northumbria, Kent, Essex, Sussex, Wessex und Mercia. Die keltisch-britische Bevölkerung zog sich nach Schottland, Wales und Cornwall zurück. Die sieben angelsächsischen Königreiche wuchsen langsam zu einem Staat zusammen. Auf den britischen Inseln konnten sich Elemente der keltischen Kultur, z. B. das irische Kreuz und mehrere keltische Sprachen, erhalten. Walisisch, Gälisch und Scots werden bis heute gesprochen. Wilhelmder Eroberer und die Geburtsstunde Englands Am 14. Oktober 1066 besiegte Wilhelm, Herzog der Normandie, in der Schlacht bei Hastings den angelsächsischen König Harald II. Dieser Sieg der französisch sprechenden Normannen gilt als die Geburtsstunde Englands. Wilhelm wurde zum König von England gekrönt und ging als Wilhelm der Eroberer (1066–1087) in die Geschichte ein. Im Domesday Book, einem auf Latein verfassten „Grundbuch“, ließ Wilhelm 1086 die Besitzverhältnisse in seinem Machtbereich systematisch erfassen und auch die Ertragswerke der Ländereien aufzeichnen. Er nahm den Großteil des Landes in Besitz und übergab den Rest als Lehen an normannische Adelige, die er damit zu Vasallen der Krone machte. Dies und ein einheitliches Münzsystem waren einzigartig im mittelalterlichen Europa und stärkten die Macht der normannischen Herrschaft (1066–1154). Die englische Krone geht an das Haus Anjou-Plantagenet Wilhelms Enkelin Matilda, die vom englischen Adel als rechtmäßige Thronfolgerin anerkannt wurde, heiratete in zweiter Ehe Gottfried IV. Graf von Anjou-Plantagenet. Damit erlangte das französische Adelsgeschlecht Anspruch auf den englischen Thron. Im Jahr 1189 wurde Matildas Enkel Richard I., Herzog der Normandie, zum König von England gekrönt. Von seiner Mutter erbte er das Herzogtum Aquitanien. Richard Löwenherz, ein englischer König in Österreich Richard I. ging als Richard Löwenherz in die Geschichte ein. Er nahm am dritten Kreuzzug (1189–1192) teil und wurde auf der Rückreise auf Befehl des Babenbergerherzogs Leopold V. in Österreich gefangen genommen. Richard I. verbrachte nur ein Jahr seiner Regentschaft in England. Während seiner Abwesenheit regierte sein Bruder Johann Ohneland (John Lackland). Er folgte Richard Löwenherz nach dessen Tod im Jahr 1199 auf den Thron. Die Magna Carta: mehr Einf luss für Kirche, Adel und Bürgertum Im Jahr 1215 wurde mit der Magna Carta ein Dokument geschaffen, welches die Macht des Königs einschränkte. So wurde etwa der Kirche die freie Wahl von Bischöfen und Äbten garantiert, für die Festlegung neuer Steuern wurde die Zustimmung eines Rates notwendig, und freien Bürgern wurde das Recht auf Schutz vor willkürlicher Bestrafung zugesichert. Die in der Magna Carta formulierten Regeln gelten als Ausgangspunkt für die Entstehung des englischen Parlaments in der Mitte des 13. Jh. Nur zu Prüfzwecke – Eigentum des Verlags öbv

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