Treffpunkt Deutsch 2 - Deutsch Sprachlehre, Leseheft

Leben im alten Rom – Einen Text gliedern und zusammenfassen Freya Stephan-Kühn: Römischer Alltag Die Familie war den Römern sehr wichtig. Der Vater war das mächtige Oberhaupt der Familie, zu der alle im Haushalt lebenden Personen gehörten: die Ehefrau, die Kinder, die Sklaven und nahe Verwandte. Die Kindheit endete für die römischen Jungen und Mädchen meist sehr früh. Die Mädchen wurden mit 12 Jahren von ihren Eltern verlobt, die Buben mit 14 Jahren und heirateten einige Jahre danach. Viele Kinder armer Römer besuchten niemals eine Schule. Sie erlernten von ihren Eltern ein Handwerk oder eigneten sich bestimmte Fähigkeiten, wie z. B. das Zählen und Rechnen beim Handeln und Einkaufen, an. Kinder aus wohlhabenderen Familien besuchten ab etwa sieben Jahren eine Grundschule, in der sie rechnen, lesen und schreiben lernten. Der Unterricht fand meist in einem einfachen Raum oder unter freiem Himmel statt. Die Lehrer hatten keine besondere Ausbildung. Daneben gab es Schulen mit gut ausgebildeten Lehrern, in die die Kinder reicher Römer gingen. Wohlhabende Familien stellten auch oft Hauslehrer für ihre Kinder ein, diese waren zum Teil Sklaven aus Griechenland. In diesen Familien wurden die Kinder im Lesen und Schreiben in der lateinischen und griechischen Sprache unterrichtet. Bei den Buben legte man besonderen Wert auf Ausbildung in Arithmetik und in der Kunst der Rhetorik, bei den Mädchen auf Musikunterricht und Haushaltsführung. Arme Römer, die kein eigenes Haus besaßen, sondern in einem Mietshaus (insula) wohnten, hatten oft keine Küche, sie aßen in Garküchen, die es überall in den Städten gab. Die einfachen Mahlzeiten bestanden aus Getreidebrei oder Grütze (Brei aus grob gemahlenen Getreidekörnern) mit Wein. Brot und Früchte, Obst, Oliven, Brot und Honig wurden meist zum Frühstück gegessen. Das Mittagessen war ein kleiner Imbiss und die Hauptmahlzeit (cena) war das Abendessen. In wohlhabenden Familien bestand diese aus mehreren Gängen. Meist gab es zuerst Fisch oder Salat, zum Hauptgang Fleisch (Huhn, Kalb, Schwein oder Gans) mit Gemüse, danach folgte ein süßer Nachtisch oder Obst. Dazu tranken die Römer Wein mit Wasser vermischt, manchmal wurde der Wein auch mit Gewürzen und Honig aromatisiert. 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 Diese Steinplastik aus dem römisch besetzten Germanien zeigt einen Lehrer zwischen zweien seiner Schüler sitzend. Sie lesen ihre Aufgaben und Übungen von Papyrusrollen ab. Die Kinder mussten Gedichte und andere Werke auswendig lernen. Schlechtes Verhalten oder Fehler wurden mit Schlägen geahndet. Mit Feder und Tinte beschrieb man im alten Rom Papyrusrollen oder dünne Holztafeln. Als Tinte wurde häufig eine Mischung aus Lampen- oder Ofenruß und Wasser verwendet. Die Tintenfässer bestanden aus Glas, Steingut oder Metall. Die Schreibfedern waren aus Knochen, Schilf oder Bronze gemacht. 60 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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