Treffpunkt Deutsch 2 - Deutsch Sprachlehre, Leseheft

Hans Dieter Stöver: Quintus in Gefahr In dem spannenden Jugendroman „Quintus in Gefahr“ kommt es zu einer Begegnung des jungen Burschen Quintus mit Julius Caesar: Trotz der Strapazen der langen, unbequemen Fahrt über holprige Straßen waren sie alle nicht so müde, wie sie es befürchtet hatten, denn die bevorstehende Begegnung mit dem Feldherrn hielt sie in gespannter Erwartung. Gaius Volcatius verschwand im hinteren Teil des Zeltes, und als er nach wenigen Augenblicken wieder heraustrat, erkannten ihn die beiden Jungen kaum mehr wieder. Er hatte sich umgezogen und trug nun Helm, Panzer, Schwert und Dolch. Über die Schultern hatte er lässig den dunkelroten Umhang gelegt. Aulus und Quintus betrachteten ihn staunend […]. Das Zelt des Feldherrn war nur fünfzig Schritte entfernt. Das Praetorium zeichnete sich vor den Zelten der Legionskommandeure und Militärtribunen durch Größe und besonders prachtvolle Ausstattung aus. Es wurde Tag und Nacht scharf bewacht von Caesars persönlicher, aus Germanen bestehender Garde. Jedem, der sich dem Eingang näherte, traten diese ausgewählten Soldaten in den Weg und fragten nach seinem Begehr. […] Während sie im Vorraum warteten, hörten sie, wie die übliche Meldung gemacht wurde. Dann ertönte ein erstaunter Ausruf: „Was? Er ist schon da?!“, und schon hörten sie auf den Brettern des Bodens sich schnell nähernde Schritte. Der trennende Vorhang wurde zur Seite gerissen und er kam auf sie zu: hager das Gesicht, riesengroß die dunklen, fast schwarzen Augen, schlank der Körper, ganz ohne Fett, kein Bauchansatz, auffallend weiß die Haut an Händen, Armen und im Gesicht. Scharfe Falten liefen von den Nasenflügeln abwärts und dennoch wirkten die Züge heiter. „Gaius!“ Er blieb stehen und streckte lachend die Hände aus. „Ich hatte dich erst in einigen Tagen erwartet. – Ah, unser gelehrter Selenus ist auch da!“ Er reichte auch dem Griechen die Hand und begann auf der Stelle ein persönliches Gespräch mit ihm. „Ich habe mit Interesse deine Schrift über den Gebrauch des Konjunktivs gelesen. […]“ Mit einer einladenden Geste forderte er seine Besucher auf, ihm in den nächsten Teil des Zelthauses zu folgen. Der Empfangsraum war mit Tischen, Stühlen und Hockern aus erlesenen dunklen Hölzern ausgestattet. Caesar wies die beiden Leibsklaven an, für Getränke zu sorgen, und nahm selbst auf einem reich verzierten Klappstuhl Platz […]. Da betrat Pedius den Raum und meldete, dass die Soldaten Caesars vor der belagerten Stadt in Kämpfe verwickelt worden seien. Caesar erhob sich: „Ich muss zu meinen Soldaten, es geht los. – Meinen Panzer!“ Während er sich von seinen Leibsklaven wappnen und gürten ließ, befahl er noch, ein Kommando von dreißig Mann zusammenzustellen […]. Man legte Caesar den leuchtend roten Feldherrnmantel um und reichte ihm den silbernen, teilweise vergoldeten Helm. Starr vor Staunen hatten Aulus und Quintus die Verwandlung des Proconsuls und Richters in einen waffenstarrenden Kriegsgott mit angesehen. […] Markiere alle sachlichen Informationen, die du im Text finden kannst. Erschließt aus dem Textzusammenhang, was das Wort „Praetorium“ bedeutet. Unterstreiche mit deiner Sitznachbarin oder deinem Sitznachbarn die Textstellen, die der Schriftsteller eindeutig erfunden hat, und begründet eure Meinung. 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 Historische Erzählungen und Romane können oft erfunden Stellen enthalten, die von den tatsächlichen Gegebenheiten abweichen. Sei immer kritisch gegenüber solchen Informationen. Merke 1 C 2 3 B Quelle: Stöver, Hans Dieter: Quintus in Gefahr 55 Geschichte wird lebendig Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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