Treffpunkt Deutsch 2 - Deutsch Sprachlehre, Schulbuch

Lies die folgende Gruselgeschichte, die zum Schreibauftrag 1 auf Seite 34 (Aufgabe 2) verfasst worden ist, und bearbeite anschließend die folgenden Arbeitsaufträge: • Kennzeichne Einleitung, Hauptteil und Schluss durch Absätze und markiere den Höhepunkt. • Überprüfe, ob alle Arbeitsaufträge des Schreibauftrags 1 korrekt erfüllt worden sind, und ergänze bzw. korrigiere, wenn notwendig. • Markiere Phrasen, Wortgruppen bzw. Adjektive, die Spannung erzeugen. 1 Poltergeister vertreiben – eine Gruselgeschichte überarbeiten „Da! Da ist es wieder! Kannst du es hören?“ Flora fuchtelte aufgeregt mit ihren Händen durch die Luft und deutete Richtung Ruine. Ich stand wie versteinert da. Tatsächlich! Ganz klar konnte man nun durch das Peitschen des Windes ein fürchterliches Heulen ausmachen. Und ganz eindeutig kam es aus der Richtung der alten Ruine am Waldrand. Ich war am späten Nachmittag zu meiner besten Freundin Flora geradelt. Wir wollten ein Lagerfeuer machen und grillen. Das Wetter hatte uns aber einen Strich durch die Rechnung gemacht und so saßen wir in Floras Zimmer und lasen uns gegenseitig gruselige Geschichten vor. Ich war gerade bei einer besonders spannenden Stelle, als mich Flora unterbrach: „Mahan, hörst du das? Das Heulen?“ Ich dachte zuerst, Flora wäre endgültig übergeschnappt. Aber nun war es eindeutig! „Wir müssen herausfinden, was das ist! Vielleicht ist ein Hund in eine Falle getappt!“ Ich war in diesem Moment wenig begeistert von Floras Tierliebe. Nur zugeben wollte ich das nicht. Also zogen wir uns an, schnappten zwei Taschenlampen und stampften gegen den starken Wind in Richtung Wald. Wir standen schon bald vor der berüchtigten Ruine unseres Städtchens. Ich starrte auf die moosbewachsene Tür und wollte gerade einen Schritt darauf zumachen, als aus dem Nichts wieder dieses schreckliche Heulen ertönte. Da packte mich Flora plötzlich am Arm. Ihr Gesicht war kreidebleich, die Augen weit aufgerissen. Mit zitternder Hand deutete sie Richtung Tür. Ich spürte, wie mir kalter Schweiß über den Rücken lief. Was war hier los? Der verrostete alte Türknauf der modrigen Tür bewegte sich 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 langsam auf und ab, drehte sich quietschend nach links und rechts. Kein verletztes Tier war zu so etwas fähig! Ich konnte unsere Herzen pochen hören. Da! Wieder durchschnitt dieses schaurige Heulen die Luft. Das Ungeheuer, das diese Töne ausstieß, befand sich direkt hinter der Tür! Ich spürte, dass mich Flora leicht zurückzog. Wir waren bereit, loszusprinten, als es geschah. Die verfluchte Tür sprang mit einem lauten Knarzen aus den Angeln. „Nein!“, Flora schrie qualvoll auf. Dahinter stand ein Ungetüm, ein menschenähnliches Wesen mit übermächtigem Kopf, das völlig außer Rand und Band aus dem Türrahmen torkelte. Moment! Torkelte? Der Lichtstrahl meiner Taschenlampe traf auf das Monster. „Heinrich?“, flüsterte Flora außer Atem. Ein wildes Husten war die Antwort. Im Lichtschein der Lampe blinzelte uns Floras Onkel entgegen, der einen Baustellenhelm trug. „Kinder“, rief er aufgebracht, „ich dachte schon, ich muss in dieser furchtbaren Bude übernachten!“ Als er unsere leichenblassen Gesichter sah, klärte er uns sofort auf. Floras Onkel sollte für seine Baufirma überprüfen, ob das alte Haus noch zu renovieren war. Als er im Obergeschoss war, hatte der Wind die Türe so zugeschlagen, dass sie sich nicht mehr öffnen ließ. „Und das Heulen?“ Ganz geheuer war mir die Geschichte noch nicht! „Na, ich habe um Hilfe geschrien!“, lachte Onkel Heinrich. Er schlug die Arme um Flora und mich und führte uns zurück in Floras Haus. Ich übernachtete bei Flora. Nach diesem Abenteuer war mir nicht mehr nach nächtlichem Radfahren. Die ganze Nacht über träumte ich von Werwölfen und Vampiren. 38 40 42 44 46 48 50 52 54 56 58 60 62 64 66 68 70 72 74 38 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy ODE3MDE=