am Puls Biologie 6, Schulbuch

Aufgaben 145 Immunsystem 7.4 Impfungen Aktive und passive Impfung Bei der aktiven Immunisierung (aktive Impfung) wird das eigene Immunsystem angeregt, einen Immunschutz gegen einen Erreger aufzubauen. Dazu injiziert man einen Impfstoff, der Protein-, DNA- oder RNA1-Bruchstücke des Erregers oder abgetötete oder abgeschwächte Erreger enthält, die keine Krankheiten mehr verursachen können. Je nachdem spricht man von einem Totimpfstoff oder Lebendimpfstoff. Der Körper produziert daraufhin selbst die entsprechenden Antikörper. Dies dauert zumindest ein bis zwei Wochen. Sehr selten kommt es vor, dass dennoch Symptome in abgeschwächter Form auftreten. Es können weiters Nebenwirkungen wie Rötungen und Schwellungen an der Einstichstelle auftreten. Eine aktive Immunisierung erfolgt im Vorhinein und wird zB zum Schutz gegen COVID-19, Masern, Röteln oder Keuchhusten angewandt. Man spricht daher auch von einer Schutzimpfung. Die Medizin macht sich mit der aktiven Immunisierung das immunologische Gedächtnis der adaptiven Immunabwehr zunutze, über das du auf Seite 143 gelernt hast. Einer anschließenden Infektion mit dem gefährlichen Erreger kann das Immunsystem dann mit schon vorhandenen Gedächtniszellen begegnen. Der Organismus ist dank der Schutzimpfung immun2 gegen den Erreger geworden. Wegen der langlebigen Gedächtniszellen reicht der Impfschutz einer aktiven Immunisierung meist mehrere Jahre bis Jahrzehnte an, manchmal auch lebenslang. Für manche Krankheiten sind in entsprechenden Abständen Auffrischungsimpfungen notwendig, um die Immunität aufrechtzuerhalten. Bei einer passiven Impfung wird ein so genanntes Antiserum3 injiziert. Es enthält Antikörper gegen das Antigen eines Krankheitserregers. Die erkrankte Person muss die Antikörper dann nicht selbst bilden, was den Krankheitsverlauf erleichtert, weil die Erreger sofort bekämpft werden können. Das eigene Immunsystem produziert keine Antikörper sondern bleibt „passiv“. Da hier aber keine Gedächtniszellen entstehen reicht der Impfschutz nur kurzfristig. Die passive Impfung wird also nicht zur Vorbeugung angewandt, sondern nur wenn bereits eine gefährliche Infektion vorliegt – man nennt sie deshalb auch Heilimpfung. Für eine aktive Immunisierung wäre in diesem Fall nicht mehr genügend Zeit. 1 RNA: ribonucleic acid (engl.) = Ribonukleinsäre; ein wichtiges Molekül für die Umsetzung der Erbinformation in Proteine 2 Immunität: Immunität bedeutet geschützt sein vor einer krankmachenden Wirkung. Man bezeichnet damit den Zustand eines Organismus, der genügend Abwehrmaßnahmen für einen bestimmten Krankheitserreger besitzt. 3 Antiserum: Serum, das Antikörper gegen ein gewisses Antigen enthält; Diese Antikörper können an das Antigen des Erregers binden. Bei der aktiven Immunisierung wird das eigene Immunsystem dazu angeregt, Antikörper zu bilden Bei der passiven Impfung werden Antikörper injiziert, die gegen Erreger wirken Abb. 7: Aktive und passive Impfung. Oben: Die aktive Immunisierung ist eine Schutzimpfung. Unten: Die passive Immunisierung ist eine Heilimpfung. harmlose Virushülle infektiöses Virus Gedächtniszelle Dem Patienten oder der Patientin wird der Impfstoff mit Antigenen des Erregers gespritzt. Der Impfstoff mit Antigenen des Erregers wird zB einer Maus gespritzt. Im Labor wird aus dem Blut ein Heilserum hergestellt, das die spezifischen Antikörper enthält. Das Immunsystem produziert gegen die Antigene spezifische Antikörper. Der Maus wird Blut entnommen. Ohne Impfschutz vermehren sich eingedrungene Erreger im Körper stark. Das gespritzte Heilserum mit den spezifischen Antikörpern unterstützt das Immunsystem. Noch Jahre nach der Impfung sind Gedächtniszellen gegen diese Antigene im Körper. Der Mensch ist immunisiert. Bei der Infektion wird der Erreger von den Gedächtniszellen sofort erkannt. Es entstehen viele Plasmazellen, die massenhaft Antikörper bilden. Neue Gedächtniszellen entstehen ebenfalls. Das Immunsystem produziert gegen die Antigene spezifische Antikörper und bildet Gedächtniszellen. 1 W Finde heraus welche Infektionskrankheiten du als Kind durchgemacht hast. Sprich dazu mit deinen Eltern oder anderen Erwachsenen. Recherchiere, gegen welche Krankheiten du geimpft wurdest. Suche zu Hause deinen Impfpass, darin sollten deine Impfungen eingetragen sein. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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