am Puls Biologie 6, Schulbuch

Aufgaben 123 Ökologie Warntracht und Mimikry sind zwei Möglichkeiten, Räuber fernzuhalten Die Blattlaus wird von vielen Fressfeinden gejagt. Wehren kann sie sich nicht. Bei einigen anderen Arten entstanden jedoch im Lauf der Evolution Schutzmechanismen gegenüber Räubern. Besonders auffällig ist die Warntracht: Tiere mit der Farbkombination schwarz-gelb oder schwarz-rot produzieren oft Gift (zB Bienen, Wespen, Feuersalamander). Es gibt Hinweise darauf, dass Räuber bei derart gefärbten Beutetieren vorsichtig agieren oder diese meiden. Der Schutzmechanismus kann jedoch nur funktionieren, wenn Räuber ihren ersten Fressversuch überleben. Davon profitieren auch Tiere mit Scheinwarntracht (Mimikry). Beide Insekten in Abbildung 13 a und 13b sehen aus wie Hornissen. Bei dem Tier in Abbildung 13b handelt es sich aber um einen harmlosen Schmetterling. Der Schutz besteht, solange es deutlich weniger Falter als Hornissen gibt. Geraten sie in die Überzahl, könnte die Täuschung auffliegen. In Tabelle 3 findest du weitere Täuschungsstrategien. Beachte, dass Räuber ihrerseits solche Mechanismen anwenden, um ihre Beute zu fangen. Die Farbkombination schwarz-gelb oder schwarz-rot ist oft ein Zeichen für Giftigkeit Tab. 3: Mechanismen der Täuschung. Anpassungen von Beutetieren verbessern die Verteidigung gegen Räuber, Anpassungen von Räubern erhöhen den Fangerfolg. Bezeichnung (Träger) Erklärung Beispiele Warntracht (Beute) Färbung eines giftigen/wehrhaften Tieres signalisiert Gefahr für Räuber Hornisse (kAbb. 13a), Feuersalamander Scheinwarntracht oder Mimikry (Beute) Färbung eines harmlosen Tieres gleicht der eines giftigen/wehrhaften Tieres Hornissenschwärmer (kAbb. 13b), manche Schwebfliegen Schrecktracht (Beute) Überraschend plötzlicher Stellungs- oder Farbwechsel bei Organismen Augenflecken bei Larven und erwachsenen Schmetterlingen Nachahmung oder Mimese (Beute, Räuber) Täuschende Ähnlichkeit von Organismen mit unbeachteten Dingen ihrer Umwelt Spannerraupen und Gespenstschrecken ähneln Pflanzenteilen Umgebungstracht/ Tarnung (Beute, Räuber) Farb- und Formähnlichkeit mit ihrer Umgebung Hautfarbe von Chamäleons, Farbwechsel bei Tintenfischen, Weißfärbung von Polartieren (kAbb. 13 c) Locktracht (Räuber) Farb- oder Formübereinstimmung eines Organismus mit Nahrung oder Sexualpartner einer Beuteart Sekrettröpfchen des fleischfressenden Sonnentaus locken Insekten an; Wurmimitat auf Rückenflossenstrahl des Anglerfisches lockt Fische an (kAbb. 13d) induzierte Abwehr (Beute) Die Anwesenheit eines Räubers löst bei der Beute Abwehrmechanismen aus. Pflanzen bilden vermehrt unverdauliche oder giftige Stoffe, wenn sie gefressen werden; Wasserflöhe bilden in Anwesenheit von Räubern „Helme“ oder „Stacheln“, die ihnen als mechanischer Schutz dienen (kAbb. 13 e) Abb.13: Mechanismen der Täuschung. a) Warntracht der Hornisse, b) Scheinwarntracht (Mimikry) des Hornissenschwärmers, c) Umgebungstracht des Polarfuchses, d) Locktracht des Anglerfisches, e) induzierte Abwehr von Wasserflöhen a b c d e Steuerung und Regelung Die Beute reagiert auf Räuber mit chemischen oder mechanischen Abwehrstrategien (induzieren: inducere (lat.) = hineinführen; einleiten, auslösen). 1 W Liste weitere Beziehungen auf, wie die Organismen in Abbildung 12 miteinander in Beziehung stehen. Beachte dabei sowohl direkte (zB Räuber-Beute) als auch indirekte Beziehungen (zB erst durch die Bestäubung der Wirtspflanze durch Bienen werden Samen und damit neue Pflanzen ermöglicht, die neue Nahrungsquellen für Blattläuse darstellen). Du wirst feststellen, dass selbst Arten, die keinen Einfluss auf andere zu haben scheinen, in Beziehung zu diesen stehen. 2 E/S Überlege und begründe: Wie stehen in Abbildung 12 Marienkäfer, Florfliegen, Gallmücken und Schlupfwespen zueinander? 3 S Entwirf aufgrund der in Abbildung 12 dargestellten Beziehungen eine Strategie zur biologischen Bekämpfung von Blattläusen. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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