global 8. Geographie und Wirtschaftskunde, Schülerbuch

68 Fallbeispiel Welternährung – das Geschäft mit dem Hunger Kompetenzorientiertes Lernziel Ursachen und Auswirkungen sozialer und ökonomischer Disparitäten auf globaler Ebene beurteilen M1 Demonstration gegen Nahrungsmittelspekulationen vor dem Hauptsitz der Deutschen Bank AG in Frankfurt/Main am 16. 10. 2013 M2 Unterernährung in Somalia: Etwa 880 000 Kinder und mehr als eine Million Erwachsene leiden nach einer schweren Dürre unter akuter Mangelernährung. (Foto 12. 7. 2017) Der Kampf gegen Armut und Unterdrückung (…) Im Imperium der Schande, das von der organisierten Knappheit regiert wird, ist der Krieg nicht mehr vorübergehend, sondern permanent. Er ist nicht mehr eine Krise oder eine Pathologie, sondern der Normalfall. (…) Die Herren des Wirtschaftskrieges plündern systematisch den Planeten. Sie attackieren die normative Macht der Staaten, sie zerstören die Volkssouveränität, untergraben die Demokratie, verheeren die Natur und vernichten die Menschen und deren Freiheit. Die Naturalisierung der Ökonomie, die „unsichtbare Hand des Marktes“ ist ihre Kosmogonie, die Profitmaximierung ihre Praxis. Ich bezeichne diese Kosmogonie und diese Praxis als strukturelle Gewalt. Die Verschuldung und der Hunger sind die zwei Massenvernichtungswaffen, die von den Herren der Welt eingesetzt werden, um die Völker, ihre Arbeitskraft, ihre Rohstoffe und ihre Träume zu versklaven. (…) (Ziegler, Jean: Das Imperium der Schande – der Kampf gegen Armut und Unterdrückung, 2008) M3 Ursachen globaler Ungerechtigkeit Es geht auch anders „Der Nachgeschmack von Schokolade kann sehr bitter sein, wenn man bedenkt, dass Kakaobauern unter härtesten Bedingungen arbeiten, während andere von den Früchten ihrer Arbeit profitieren. Deshalb sind wir beim fairen Handel – nicht, um unser Image mit einem Vorzeigeprodukt zu polieren, sondern aus Überzeugung mit unserem gesamten Sortiment.“ (Josef Zotter) Josef Zotter mit Kakaobauern in Belize Gegründet wurde das Familienunternehmen Zotter 1987, und seit 2004 ist es Partner des fairen Handels. Das gesamte Zotter-Sortiment wird samt Raritäten in Bio und FAIR-Qualität hergestellt. Die Rohstoffe, Kakao und Rohrzucker, werden biozertifiziert und fair gehandelt eingekauft. Seit 2001 reist Zotter regelmäßig in die Anbaugebiete und steht mit seinen Kakaobäuerinnen und Kakaobauern in partnerschaftlicher Beziehung: Es werden aktiv soziale Projekte gefördert, um die Qualität der Ernten zu verbessern, Arbeitsprozesse zu optimieren, Edelkakaobestände wie die des Criollos weiter auszubauen und somit die Lebenssituation der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern nachhaltig zu verbessern, denn Qualität ist die Chance für die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern, um sich gegen die Massenproduktion am Markt behaupten zu können. Diese Bäuerinnen und Bauern werden auch regelmäßig in die Manufaktur nach Bergl eingeladen, meist haben sie auch noch nie eine Schokoladefabrik gesehen und wissen erst jetzt, was mit ihrem Kakao passiert. Nun verstehen sie viel besser, weshalb für die Produktion Qualität so wichtig ist. (nach: https://www.zotter.at/de/das-ist-zotter/bio-fairgreen.html, abgerufen am 22. 11. 2018) M4 Schokolademanufaktur Zotter Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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