sprachreif 3/4, Schülerbuch

Stilistische Überleitungen A34 Lesen Sie die Kurzgeschichte Der Nachbar von Franz Kafka aus dem Jahr 1917 und vervollständigen Sie auf einem Blatt Papier so viele stilistische Überleitungen wie möglich mit Formulierungen in Bezug auf Kafkas Text. Franz Kafka: Der Nachbar (1917) Mein Gesch ft ruht ganz auf meinen Schultern. Zwei Fr ulein mit Schreibmaschinen und Gesch ftsb chern im Vorzimmer, mein Zimmer mit Schreibtisch, Kasse, Beratungstisch, Klubsessel und Telefon, das ist mein ganzer Arbeitsapparat. So einfach zu berblicken, so leicht zu f hren. Ich bin ganz jung und die Gesch fte rollen vor mir her. Ich klage nicht, ich klage nicht. Seit Neujahr hat ein junger Mann die kleine, leerstehende Nebenwohnung, die ich ungeschickterweise so lange zu mieten gez gert habe, frischweg gemietet. Auch ein Zimmer mit Vorzimmer, außerdem aber noch eine K che. – Zimmer und Vorzimmer h tte ich wohl brauchen k nnen – meine zwei Fr ulein f hlten sich schon manchmal berlastet –, aber wozu h tte mir die K che gedient? Dieses kleinliche Bedenken war daran schuld, dass ich mir die Wohnung habe nehmen lassen. Nun sitzt dort dieser junge Mann. Harras heißt er. Was er dort eigentlich macht, weiß ich nicht. Auf der T r steht: „Harras, Bureau“. Ich habe Erkundigungen eingezogen, man hat mir mitgeteilt, es sei ein Gesch ft hnlich dem meinigen. Vor Kreditgew hrung k nne man nicht geradezu warnen, denn es handle sich doch um einen jungen, aufstrebenden Mann, dessen Sache vielleicht Zukunft habe, doch k nne man zum Kredit nicht geradezu raten, denn gegenw rtig sei allem Anschein nach kein Verm gen vorhanden. Die bliche Auskunft, die man gibt, wenn man nichts weiß. Manchmal treffe ich Harras auf der Treppe, er muss es immer außerordentlich eilig haben, er huscht formlich an mir vor ber. Genau gesehen habe ich ihn noch gar nicht, den B roschl ssel hat er schon vorbereitet in der Hand. Im Augenblick hat er die T r ge ffnet. Wie der Schwanz einer Ratte ist er hineingeglitten und ich stehe wieder vor der Tafel „Harras, Bureau“, die ich schon viel fter gelesen habe, als sie es verdient. Die elend d nnen W nde, die den ehrlich t tigen Mann verraten, den Unehrlichen aber decken. Mein Telefon ist an der Zimmerwand angebracht, die mich von meinem Nachbar trennt. Doch hebe ich das bloß als besonders ironische Tatsache hervor. Selbst wenn es an der entgegengesetzten Wand hinge, w rde man in der Nebenwohnung alles h ren. Ich habe mir abgew hnt, den Namen der Kunden beim Telefon zu nennen. Aber es geh rt nat rlich nicht viel Schlauheit dazu, aus charakteristischen, aber unvermeidlichen Wendungen des Gespr chs die Namen zu erraten. – Manchmal umtanze ich, die H rmuschel am Ohr, von Unruhe gestachelt, auf den Fußspitzen den Apparat und kann es doch nicht verh ten, dass Geheimnisse preisgegeben werden. SPRACHWERKZEUG Stilistische Überleitungen in Textinterpretationen Auffallend ist …/Auf den ersten Blick fällt auf, dass … /Der Autor möchte wahrscheinlich ausdrücken, dass … Ebenso möchte ich anführen, dass … Darüber hinaus fällt noch auf …/Ähnlich verfährt der Dichter mit … Daraus lässt sich schließen …/Das deutet auf … hin/Dabei muss man auch bedenken, dass … Dieser weitere Aspekt/Gesichtspunkt/diese weitere Auffälligkeit … Weiterhin ist anzumerken …/Ergänzend möchte ich sagen/anmerken/bemerken, dass … Der Leser/Die Leserin denkt zunächst an …/Hinzu kommt der Umstand …/Es darf nicht übersehen werden, dass …/ Dazu verhält sich …/Hingegen fällt besonders auf …/Besonders muss ich … betonen/Weitaus bedeutsamer (aber) ist/erscheint die Tatsache/der Aspekt …/Noch wichtiger scheint … zu sein 2 4 6 8 10 12 14 16 18 20 22 24 26 28 30 32 34 36 38 40 42 44 46 48 50 52 54 56 146 5 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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