Begegnungen mit der Natur 5, Schulbuch
187 Die Humanökologie analysiert die Wechselwirkungen zwischen Mensch , Gesellschaft und Umwelt , um aus den Erkenntnissen Wege für eine nachhalti- ge, möglichst umweltschonende Nutzung und gerechtere Verteilung der Res- sourcen zu finden. Damit bekommen auch künftige Generationen die Möglich- keit, ihre körperlichen Grundbedürfnisse ausreichend befriedigen zu können. Von den derzeit rund sieben Milliarden Menschen leben 23% in Industrie- ländern , die restlichen 77% in Entwicklungsländern . Die Bevölkerungszahlen steigen weiter an. Laut UNO wird die Zahl der Menschen bis zum Jahr 2050 auf rund zehn Milliarden ansteigen. Zuwächse wird es in den heutigen Entwick- lungsländern und dort wiederum in den ärmsten Bevölkerungsschichten geben. Das Verteilungsgefälle des Weltvermögens zwischen Industrie- und Ent- wicklungsländern wird als Nord-Süd-Konflikt bezeichnet. Ursachen für die Unterentwicklung der Länder des Südens sind u. a. die hohen Bevölkerungszahlen , Nahrungs- und Kapitalmangel sowie natürliche Gegebenheiten. Der Grundstein wurde durch Ausbeutung während der Kolo- nialzeit gelegt. Nach dem Zweiten Weltkrieg begann die Intensivierung der Landwirt- schaft. Seit 1995 ist Österreich Mitglied der EU . In der Europäischen Union wer- den jährlich etwa 55 Milliarden Euro an Fördergeldern zur Unterstützung der Landwirtschaft vergeben. Biobetriebe werden im Vergleich zur herkömmli- chen Landwirtschaft stärker subventioniert. Kennzeichen der intensiven Landwirtschaft sind zB Einsatz von Chemie , große Anbauflächen , Monokulturen und Massentierhaltung . Wesentliche Kennzeichen der biologischen Bewirtschaftung sind ein nachhaltiger , scho- nender Umgang mit der Natur sowie eine möglichst artgerechte Tierhaltung . Während in den Industriestaaten bei geringem Bevölkerungswachstum große Überschüsse produziert werden und man mit gesundheitlichen Proble- men durch Überernährung kämpft, leben rund 1,3 Milliarden Menschen in den Entwicklungsländern in absoluter Armut . 24 000 Menschen sterben täglich durch Verhungern . Hauptgründe sind Wassermangel , Armut , Übernutzung landwirtschaftlicher Flächen und Kriege . Der Hunger in der Welt könnte bekämpft werden, doch zählen in unserer Gesellschaft leider wirtschaftliche Interessen mehr als soziale und ökologi- sche Notwendigkeit . Überkonsum, Verschwendung und Massenproduktion in den Industriestaaten verschlimmern die Situation in den Entwicklungslän- dern. Agrarexportsubventionen ruinieren die Landwirtschaft in armen Län- dern. NGOs fordern Fairness für Entwicklungsländer. Die FAO betont, dass die Bekämpfung des Welthungers und wirtschaftliche Interessen kein Wider- spruch sind und die Investitionen, die zur Hilfeleistung in den Entwicklungs- ländern nötig wären, im Gegenteil mehr bringen würden als sie kosten. Die Globalisierung und damit die zunehmende Liberalisierung des Welt- handels haben zu einer Zunahme des Schienen-, Straßen-, Wasser- und Luft- verkehrs geführt. Dies stellt eine massive Umweltbelastung dar. Überblick Humanökologie Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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