Begegnungen mit der Natur 5, Schulbuch

185 Mensch, Gesellschaft und Umwelt M Arbeitsheft Seite 40 Umweltbelastung durch Transport Die Globalisierung und damit die zunehmende Liberalisierung des Welthan- dels haben unter anderem zu einer Zunahme des Warentransports und somit zu einer Zunahme des Schienen-, Straßen-, Wasser- und Luftverkehrs geführt. Waren werden quer durch die Welt transportiert. Viele unserer Lebensmittel sind sehr weit gereist Viele Produkte, die bei uns im Lebensmittelhandel in den Regalen stehen, stammen aus Ländern, in denen die Produktionskosten, zB durch Billigstlöh- ne, fehlende Umweltauflagen und staatliche Subventionen (sowohl für die Produktion als auch für den Transport), sehr niedrig gehalten werden können. So ist zB Gemüse aus Südspanien trotz eines Transportweges von 3 000 Kilo- metern zumeist billiger als Gemüse aus heimischer Produktion. Das Transportaufkommen trägt zum Klimawandel bei Mit dem erhöhten Transportaufkommen steigt auch der Gehalt an Kohlen- stoffdioxid in der Atmosphäre. Als Treibhausgas absorbiert es die von der Erd- oberfläche abgestrahlte Wärme ( Treibhauseffekt ). Die Zunahme von CO 2 in der Atmosphäre führt zu einer Klimaerwärmung . Transporte verbrauchen Erdöl Treibstoffe werden aus Erdöl gewonnen. Erdöl ist ein nicht nachwachsender Rohstoff, was bedeutet, dass die Erdölreserven begrenzt sind und deshalb sehr sparsam damit umgegangen werden muss. Auch das sollte ein weiteres Argument dafür sein, Langstreckentransporte einzuschränken. Es gäbe Möglichkeiten, Transporte einzuschränken Der Transport eines Kilos heimischer Erdbeeren verbraucht maximal 0,2 l Erdöl, 1 kg Erdbeeren, die zB aus Israel eingeflogen werden, hingegen an die 5 l. Um zu vermeiden, dass Waren aus Ländern mit niedrigen Produktionskosten importiert oder zur Verarbeitung dorthin transportiert werden (wie zB Erd­ äpfel aus Deutschland zum Waschen nach Polen), könnten zB die Transport­ kosten durch eine Ökosteuer und durch Straßenbenützungsgebühren so stark angehoben werden, dass die Transporte unwirtschaftlich werden. Der Verkauf heimischer Nahrungsmittel könnte zB auch gefördert werden, indem Händler, die größtenteils inländische Erzeugnisse anbieten, und Konsu- mentinnen und Konsumenten, die größtenteils inländische Produkte einkau- fen, dafür in irgendeiner Form belohnt oder ausgezeichnet werden.  Liberalisierung des Welthandels internationaler Handel ohne Einschrän­ kungen  Treibhauseffekt Sonnenstrahlung (Sonnenenergie) trifft auf die Erde und erwärmt sie. Ein Teil der Strahlung wird wieder in den Weltraum abgestrahlt. Treffen die Wär­ mestrahlen auf bestimmte Gase in der Atmosphäre, wie zB auf Wasserdampf, Kohlenstoffdioxid und Methan (Treib­ hausgase), werden sie von diesen absor­ biert. Die Erdoberfläche erwärmt sich dadurch zusätzlich. Namensgeber des Effektes ist das Treibhaus (Gewächs­ haus), dessen Beheizung nach dem oben genannten Prinzip funktioniert: Die Glaswände wirken hier wie die Treib­ hausgase.  Klimaerwärmung In den letzten hundert Jahren hat sich die Durchschnittstemperatur der Atmo­ sphäre um etwa 0,8 °C erhöht. Nimmt der Treibhausgasausstoß weiterhin zu, befürchten manche Klimaforscherinnen und Klimaforscher eine Erwärmung bis zu 6 °C bis im Jahr 2100. Die Folgen die­ ses Klimawandels wären katastrophal: Die Gletscher und die Polkappen schmelzen – der Meeresspiegel steigt, Küstenregionen werden überflutet. Das Wetter wird zunehmend extrem, was auch die Ernteeinträge beeinflusst – in manchen Gebieten wird es zu großen Dürren kommen, während andere Regio­ nen durch starke Niederschläge über­ schwemmt werden. Die Sturmhäufigkeit nimmt zu. Die Erwärmung der Kontinen­ te und der Meere verändert die Ökosys­ teme und begünstigt die Ausbreitung von Krankheiten.  Transportkosten Bei den aus Südspanien importierten Tomaten machen zB die Transportkosten nur 1% vom Verkaufspreis aus. 1. Überlege: Sicher fallen dir auch noch Möglichkeiten ein, wie man Waren ökologisch sinnvoller transportieren kann. Halte ein paar Ideen in dei- nem Biologieheft fest. 2. Überlege: Was kannst du, was kann deine Familie dazu beitragen, unnö- tige Transporte von Waren quer durch die Welt, aber auch im eigenen Land nicht zu unterstützen? 3. Entwerft in der Klasse Plakate, die den Kauf heimischer Produkte fördern sollen. 4. Diskutiert im Klassenverband: Bildet eine Diskussionsrunde mit verteil- ten Rollen (Transportunternehmer/innen, Umweltschützer/innen, Anrai- ner/innen einer stark LKW-befahrenen Straße, Politiker/innen …) zum Thema „Von der Straße auf die Schiene“. Selbst aktiv! 12  Saisonales Obst hat Vorrang! Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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