Begegnungen mit der Natur 5, Schulbuch

184 Humanökologie M Arbeitsheft Seite 40 Agrarexportsubventionen ruinieren die Landwirtschaft in armen Ländern Um überschüssig produzierte landwirtschaftliche Produkte am Weltmarkt ver- kaufen zu können, subventioniert die EU den Export der eigenproduzierten Nahrungsmittel, die dann zu Dumpingpreisen in andere Länder verkauft wer- den können. Dadurch haben europäische Produkte einen Wettbewerbsvorteil und die Preise auf den Weltmärkten werden so nach unten gedrückt. Die Waren werden auch in den Entwicklungsländern angeboten und tragen dort zur Zerstörung der heimischen Landwirtschaft bei. Obwohl sie billiger produzieren, können die lokalen Produzenten mit den Dumpingpreisen nicht mithalten. Gleichzeitig wird den Ländern des Südens durch hohe Einfuhrzölle in die USA und die EU der Marktzugang erschwert. NGOs fordern Fairness für die Entwicklungsländer Schon lange fordern NGOs eine Reformierung der internationalen Vereinba- rungen zur Gestaltung von Wirtschaftsbeziehungen zwischen den Entwick- lungs- und den Industrieländern, allem voran faire Handelsbeziehungen. Gleichzeitig müssen Gesetze geschaffen werden, die die Bevölkerung vor Land Grabbing und dem damit verbundenen Verlust der Lebensgrundlage schützen. In einem Bericht betont die FAO, dass die Bekämpfung des Welthungers und wirtschaftliche Interessen kein Widerspruch sind und die Investitionen, die zur Hilfeleistung in den Entwicklungsländern nötig wären, im Gegenteil mehr bringen würden als sie kosten. Menschen, die ausreichend ernährt sind, sind leistungsfähig. Die Wirtschaft im eigenen Land würde davon profitieren und nicht nur – so wie die Situation derzeit ist – ein paar global und national ein- flussreiche internationale Konzerne .  Dumpingpreise Preise, die weit unter den Produk­ tionspreisen liegen  NGOs Non-Governmental Organizations Organisationen, die nicht dem Staat bzw. einer Regierung unterstehen. Sie vertreten wichtige gesellschaftliche In­ teressen (zB Umweltschutz, Wahrung der Menschenrechte).  internationale Konzerne Die Jahresumsätze der 200 größten Unternehmen der Welt sind 18-mal so hoch wie das gesamte Jahreseinkom­ men der rund 1,3 Milliarden in absoluter Armut lebenden Menschen in den Ent­ wicklungsländern. 1. Recherchiere Beispiele für be- kannte NGOs. Überlege, wel- chen Vorteil es bringt, wenn eine Organisation keinem Staat unterstellt ist. 2. Recherchiere: Was ist der Ver- ein TransFair? Was sind Fair­ trade-Produkte und wie sind sie gekennzeichnet? 3. Interpretiere das Kreislaufdia- gramm in Abb. 11 und formulie- re deine Erkenntnisse daraus in deinem Biologieheft. Selbst aktiv! 11  Wirtschaftliche Interessen unter Rücksichtnahme auf soziale und ökologische Notwendigkeit als Lebensgrundlage für alle Nahrungssicherheit gesunde Menschen Investitionen Konsum Ersparnisse gesichertes Einkommen Bildung umweltbewusstes Handeln Nachhaltigkeit intakte Umwelt Leistungsfähigkeit Produktivität Wirtschaftswachstum Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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