querdenken - Geschichte und Politische Bildung 2, Schulbuch
16 Quellenkunde Die Steinzeiten | extra Die Altsteinzeit (Paläolithikum) – vor ca. 2,5 Mio. Jahren bis ca. 5500 v. Chr. Die Altsteinzeit ist die erste und längste Phase in der Geschichte der Mensch- heit. Benannt ist sie nach dem Material, aus dem die meisten Werkzeuge (z. B. Faustkeile) dieser Zeit hergestellt wurden – nämlich Stein. Die Menschen verwendeten auch Werkzeuge aus Holz und Knochen (z. B. einfache Messer, Pfeile, Angelhaken). Leben bedeutete damals „Überleben“. Am leichtesten gelang dies in der Grup- pe (Horde). Vermutlich zogen deren Mitglieder gemeinsam Kinder auf, errich- teten Wohnstätten, entzündeten Feuer und bewachten es. Auch die Nahrung wurde gemeinsam beschafft. Die Menschen lebten von der Jagd und sammelten essbare Früchte, Beeren und Pilze. Wenn der Nahrungsvorrat erschöpft war, zogen sie weiter. Sie lebten also als Nomaden. Es entstanden auch erste Kunst- werke. Durch Höhlenmalereien sollten u. a. übermenschliche Mächte heraufbeschworen werden, damit die Jagd erfolgreich verlief (Jagdzau- ber). Statuetten dienten vermutlich dem Fruchtbarkeitskult. › Die in diesem Kapitel genannten Jahreszahlen be- ziehen sich auf Mitteleuropa. In anderen Gebieten der Erde gab es nämlich ganz unter- schiedliche Entwicklungen. a8i5gc Naturhistorisches Museum Langhaus (Nachbau, Asparn/Zaya, Niederösterreich) Jungsteinzeitliche Pfahlbauten (Nachbau), Pfahlbaumuseum Unteruhldingen (Deutschland) › Man jagte damals z. B. Riesenhirsche, Mammute, Wollnashörner, Rentiere, Wildpferde, Auerochsen oder Fische. O Religionen, S. 158 Venus von Willendorf, Naturhistorisches Museum (Wien) Venus vom Galgenberg, Naturhistorisches Museum (Wien) T2 A11 Vergleiche die beiden Frauendarstellungen und nenne drei wesentliche Unterschiede. Formuliere jeweils eine Frage, die du über diese berühmten „Österreiche- rinnen“ beantwortet haben möchtest. Finde mithilfe von Recherchen Antworten auf diese Fragen. (HFK) Die Jungsteinzeit (Neolithikum) – ca. 5500 bis ca. 2200 v. Chr. Die Klimaerwärmung am Ende der letzten Eiszeit bewirkte vor ca. 10.000 Jahren das Abwandern bzw. Aussterben vieler Jagdtiere (z. B. Mammut). Die Menschen mussten daher neue Nahrungsquellen finden. Unabhängig von- einander begannen sie an unterschiedlichen Orten der Erde mit dem Ackerbau und der Viehzucht. Ausgehend von Mittelamerika, Südchina und dem Vorderen Orient breiteten sich Bauernkulturen über weite Gebiete der Erde aus. Die Lebensweise der Menschen veränderte sich dadurch grundlegend: Sie wurden sesshaft und errichteten sogenannte Langhäuser oder Pfahlbauten in der Nähe von Gewässern. Die ersten Dorfgemeinschaften entstanden und man legte Vorräte an. Für die Lagerung verwendete man Gefäße aus getrocknetem Ton. Die Arbeit wurde unter den Mitgliedern der Großfamilie aufgeteilt. Diese einschneidenden Ver- änderungen werden als „Neolithische Revolution“ bezeichnet. Mit der Sesshaftigkeit wurden die Menschen stark von ihrer natürlichen Umgebung abhängig. Sie lernten, ihre Umwelt genau zu beobachten. Natur- erscheinungen deuteten sie vermutlich als übernatürliche Kräfte von Göttinnen und Göttern. Um diese freundlich zu stimmen, begannen die Menschen, sie zu verehren und ihnen Heiligtümer zu errichten. Aber auch bahnbrechende Erfin- dungen (z. B. Rad, Pflug, Webstuhl) gelangen in der Jungsteinzeit. Nur zu Prüfzwecken – Eigentum d s Verlags öbv
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