Zeitbilder 8, Schülerbuch

Jugendliche und die EU Millionen junge EU-Bürgerinnen und EU-Bürger haben Chancen und Perspektiven, die sie ohne Europäische Union nicht hätten. Viele von ihnen nutzen die zahlreichen Möglichkeiten auf dem Gebiet der Bildung, des internationalen Austausches und des Arbeitens in EUMitgliedstaaten. Jugend-Umfrage „EUROPA#wasistjetzt“. September 2019 bis März 2O20, n=1678. Quelle: www.oegfe.at. 90 10 90 10 80 20 81 19 78 22 66 34 72 28 65 35 65 35 18 82 84 16 81 19 78 22 76 24 68 32 62 38 57 43 56 44 21 79 77 23 71 29 75 25 69 31 60 40 63 37 57 43 51 49 52 48 17 83 0 10 20 30 40 50 60 70 80 90 100 Welcher Ausdruck erscheint dir passender? "Die EU ist für mich zurzeit eher..." (Gegensatzpaare) 15 Jahre und jünger 16 bis 18 Jahre 19 Jahre und älter Jugend-Umfrage "EUROPA#wasistjetzt" September 2017 bis Mai 2018, N=3168. Angaben in Prozent. www.oegfe.at Jugend-Umfrage „EUROPA#wasistjetzt“. September 2016 bis Juni 2017, N = 2510. Quelle: www.oegfe.at. Fasse die Ergebnisse zu den in den Schaubildern gestellten Fragen zusammen. Interpretiere die unterschiedlichen Antworten. Ermittle durch eine Umfrage in der Klasse, welche Einstellungen diesbezüglich in der Klasse vorhanden sind. Diskutiert eure Ergebnisse. Beispiel Bildung: Erasmus+ & Co. Die Bereitschaft zu einem friedlichen und toleranten Miteinander hängt auch mit dem wirtschaftlichen Wohlergehen der Menschen zusammen. Dazu müssen gute Voraussetzungen im Bereich der Bildung geschaffen werden. Die EU hat daher in den letzten Jahrzehnten zahlreiche Maßnahmen und Programme, z.B. Schüleraustausch, Schulpartnerschaften, Programme für Aus- und Weiterbildungen, überregionale Projekte und vieles mehr, bereitgestellt. Seit 1987 gibt es „Erasmus“, das wichtigste EU-Förderprogramm. Es ist benannt nach Erasmus von Rotterdam, einem berühmten Humanisten des 16. Jh. Erasmus unterstützt Studienaufenthalte, Praktika, Unterricht und Fortbildungen im Ausland. Es entwickelte sich zum größten Förderprogramm von Auslandsaufenthalten an Universitäten. In den ersten 15 Jahren seines Bestehens finanzierte Erasmus ca. 1 Million Stipendien. Neben der Zusammenarbeit und Modernisierung der Hochschulbildung soll auch die Mobilität von Studierenden und Lehrenden gefördert werden. Ein wichtiger Bestandteil ist die Anerkennung von Studienleistungen im Ausland und die finanzielle Unterstützung von Austauschstudentinnen und -studenten. Seit 2003 werden die Förderprogramme über Europa hinaus durch das Zusatzprogramm „Erasmus Mundus“ erweitert. „Erasmus+“ (Erasmus Plus), so heißt das Förderprogramm von 2014 bis 2020, beinhaltet noch zusätzliche Angebote, zum Beispiel Programme für eine Ausbildung an Arbeitsplätzen im Ausland. Alle Mitgliedstaaten der EU sowie einige weitere europäische Länder nehmen an den Förderprogrammen der EU teil. Von 1992 bis 2018 nutzten über 100 000 österreichische Studierende das Erasmus-Programm. Ein österreichischer Agrar-Ingenieur erinnert sich an seinen Erasmus-Aufenthalt an der Universität Ås in Norwegen (2016): Q Im Rückblick empfinde ich vor allem den Kontakt mit anderen Austauschstudenten als sehr bereichernd. Fast alle von ihnen wohnten im einzigen Studentenheim. Sie kamen aus europäischen, asiatischen und afrikanischen Ländern. Alle waren sehr offen und interessiert an neuen Kontakten. Wir waren eine internationale Gruppe, Toleranz und Interesse an den Mitstudenten waren großgeschrieben. Ich habe mich mit einigen sehr befreundet. Wir haben uns in den letzten Jahren wiederholt getroffen, in Österreich und in anderen Ländern. Ich plane, bald in einem der Länder zu arbeiten, dann ist es bestimmt angenehm, schon jemanden zu kennen. Auch von der norwegischen Bevölkerung wurden wir Erasmus-Studenten gut aufgenommen und akzeptiert. Mich hat erstaunt, dass Englisch für niemanden ein Problem ist. In welchem Land kann man sich 30 Minuten mit dem Friseur unterhalten, der ein perfektes Englisch spricht? Der Betrieb auf der Universität war anders organisiert als in Österreich. Man musste flexibel sein und sich umstellen. Leicht war es nicht immer, aber gelernt habe ich sehr viel. Zusammenfassend kann ich sagen, dass es durch Erasmus möglich war, ein anderes Land, eine andere Kultur mit all ihren Vor- und Nachteilen kennenzulernen. Das Auslandssemester bot eine Horizonterweiterung in vielerlei Hinsicht, sei es im eigenen Studiengebiet als auch im privaten Umfeld. Nie war es leichter, über den Tellerrand hinauszublicken, indem ich als „Fremder“ in einem „fremden“ Land studiert und gelebt habe. (Erasmus-Erfahrungsbericht von Manuel Kirisits, Vorarlberg 2018) 14. Die EU: Chancen für junge Menschen 62 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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