Zeitbilder 8, Schülerbuch

5.2 Terrorismus – eine globale Bedrohung New York, World Trade Center. Foto, 11. 9. 2001. Aus Saudi-Arabien und Ägypten kommende Terroristen steuerten zwei Passagierflugzeuge in die Twin Towers des World Trade Centers in New York. Die Weltöffentlichkeit konnte in Echtzeit mitverfolgen, wie das zweite Flugzeug in den Nordturm des WTC raste. Al-Qaida und „Islamischer Staat“ (IS): Gefürchtete Terrornetzwerke Die Anschläge vom 11. September 2001 stellten den Höhepunkt des Terrorismus von Al-Qaida unter der Führung von Osama Bin Laden dar. Al-Qaida entstand 1988 während des afghanischen Befreiungskampfes gegen die sowjetische Besatzung (1979–1989) und wurde von den USA finanziell und durch Waffenlieferungen unterstützt. Nachdem die Taliban in Afghanistan ein streng islamistisches Regime errichtet hatten, wandte sich die radikal ausgerichtete Al-Qaida allgemein gegen die konsumorientierte Lebensweise des Westens und vor allem gegen die Dominanz der USA. Nach der Tötung Bin Ladens durch ein US-Kommando (2011) verlor sie im Mittleren Osten an Einfluss. Doch mit dem „Islamischen Staat“ (IS) bildete sich im Irak und in Syrien ein neues Terrornetzwerk heraus. Als militante Islamisten vertraten die Anhänger die Ideologie des Dschihad, als Kampf des rechtgläubigen Islam gegen den feindlichen Westen. Sie riefen zunächst einen „Islamischen Staat“ aus, der nach heftigen Kämpfen schließlich große Teile des Iraks und Syriens umfasste. Der Führer, Abu Bakr al-Baghdadi nahm 2014 den Titel eines Kalifen an. Als solcher verstand er sich sowohl als religiöses als auch politisches Oberhaupt aller Musliminnen und Muslime. Die IS-Kämpfer handelten mit äußerster Brutalität. Religiöse Minderheiten, wie Christen oder Jesiden, aber auch nicht nach ihren Vorstellungen lebende Musliminnen und Muslime wurden vertrieben, verletzt oder sogar ermordet. Die Ideologie und die Gewaltexzesse – wie z.B. Massenenthauptungen – haben dem IS massive Ablehnung, aber auch einen steten Zustrom von freiwilligen Kämpferinnen und Kämpfern beschert. Diese kamen aus der arabischen Welt und auch aus Europa. Wie Al-Qaida unterstützt der IS Terroranschläge und Selbstmordattentate überall auf der Welt – vor allem in europäischen Hauptstädten. Doch die überwiegende Anzahl der Anschläge findet in Afghanistan, im Irak und in anderen arabischen und islamischen Staaten statt, und die Mehrzahl der Opfer sind Musliminnen und Muslime. Trotz der schweren Niederlagen im Irak und in Syrien in den Jahren 2017 und 2018 ist der IS als transnational agierendes Terrornetzwerk mit Anschlägen und Selbstmordattentaten weiterhin gefährlich. Die Terrororganisation Boko Haram Sympathisanten von Al-Qaida gründeten um das Jahr 2000 die islamistische Terrororganisation Boko Haram. Ziel war es, einen islamischen Gottesstaat zu errichten. Dem UNICEF-Bericht „Beyond Chiboko“ (2016) zufolge, benützt Boko Haram auch Minderjährige. So sollen sich seit 2014 in Nigeria, Niger, Mali und dem Tschad 117 von ihnen auf öffentlichen Plätzen in die Luft gesprengt haben, der größte Teil davon Mädchen. Mehr als 2 Mio. Menschen sind auf der Flucht. Die transnationale Vernetzung des islamistischen Terrors zeigt sich auch darin, dass der Boko Haram-Anführer, Shekau, 2015 dem Führer des IS, Abu Bakr al Baghdadi, die Gefolgschaft schwor. Koalitionen gegen den Terror Nach dem 11. September 2001 gelang es den USA, eine breite Front für den „Krieg gegen den Terrorismus“ aufzubauen. Wichtige islamische Staaten, wie Saudi-Arabien, konnten für den Krieg gegen Afghanistan (Oktober 2001 bis März 2002) gewonnen werden. Dieser führte zwar zum Sturz des Taliban-Regimes, doch kämpften NATO-Truppen dort auch 2019 noch immer gegen die vor allem in den ländlichen Regionen wieder erstarkten Taliban. Die Bezeichnung „Achse des Bösen“ für den Irak, Iran und Nordkorea durch den US-Präsidenten George W. Bush jr. stieß auf Widerspruch bei europäischen Regierungen. Trotzdem griffen die USA und ihre Verbündeten („Koalition der Kriegswilligen“) 2003 den Irak in einem völkerrechtswidrigen Krieg erneut an (Dritter Golfkrieg) und besetzten ihn. Damit destabilisierten sie den Irak und bereiteten den Boden für den Aufstieg des IS. 140 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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