Zeitbilder 8, Schülerbuch

Israel wurde proklamiert, nicht jedoch auch der vorgesehene Staat für die Palästinenser. Schon am 15. Mai 1948 griffen Truppen Ägyptens, Syriens, Jordaniens, des Libanon und des Iraks den eben erst geründeten Staat Israel an. Der erste Nahost-Krieg brachte bedeutende Gebietsgewinne für das siegreiche Israel. Interessen der USA und der Sowjetunion Am Beginn des Kalten Krieges spielte die Containment-Politik (= Eindämmungspolitik) der USA gegenüber der Sowjetunion auch im Nahen und Mittleren Osten eine zentrale Rolle. L Der Stellenwert des Nahen Ostens in der alles überragenden alliierten Eindämmungsstrategie gegenüber der Sowjetunion blieb zunächst ganz auf das zugeschnitten, was in Europa geschah und drohte. Das sowjetische Vorgehen in Osteuropa und in Berlin im Krisenjahr 1948 schien dieser Einschätzung der sowjetischen BedroDa der Völkerbund 1945 zu existieren aufgehört hatte, stellte sich für die Mandatsgebiete nun die Frage der weiteren politischen Entwicklung. Sollten sie zu selbstständigen Staaten werden oder sollten sie im Auftrag der UNO als „Treuhandgebiete“ weiterhin von Frankreich und Großbritannien verwaltet werden? Letztlich mussten sich Frankreich und Großbritannien sowohl aus außenpolitischen wie auch aus innenpolitischen Gründen aus den Mandatsgebieten zurückziehen. 1946 entstanden mit Jordanien (ehemals britisch) sowie dem Libanon und Syrien (ehemals französisch) drei neue unabhängige Staaten. Der Irak war bereits 1932 ein weitgehend unabhängiges Königreich geworden. Allein Palästina blieb vorerst britisches Mandatsgebiet. 1947 gab Großbritannien dieses Mandat an die UNO zurück. Diese beschloss daraufhin, Palästina in einen palästinensischen und in einen jüdischen Staat zu teilen (= Teilungsplan). Mit 14. Mai 1948 zogen die britischen Truppen endgültig ab und der Staat schweren Kämpfen und einem rücksichtslosen wechselseitigen Bevölkerungsaustausch beendet. Die Türkei behielt mit Ostthrakien ein kleines Gebiet auf europäischem Boden, Griechenland hingegen wurden die ägäischen Inseln vor der türkischen Küste zuerkannt. Die kurdische Bevölkerung der Region erhielt trotz ihrer Bemühungen keinen eigenen Staat. Sie lebte nun in der Türkei und im britischen (heute: Irak) und im französischen (heute: Syrien) Mandatsgebiet sowie im Iran. Neue Staaten im Nahen und Mittleren Osten Mit Ende des Zweiten Weltkrieges waren Frankreich und Großbritannien politisch und wirtschaftlich geschwächt. Im Gegenzug stiegen nun die USA und die Sowjetunion zu globalen Führungsmächten auf. Diese neue Konstellation der weltpolitisch bestimmenden Mächte wurde auch für die Region des Nahen und Mittleren Ostens bedeutsam. 1916 – 71 1920 – 32 1920 – 46 1920 – 48 1882 – 1922 1892 – 1971 1867 – 1971 1899 – 1961 1878 – 1960 1920 – 41/43 1920 – 41/46 TÜRKEI IRAN SYRIEN LIBANON IRAK KUWAIT ÄGYPTEN Palästina SAUDI-ARABIEN BAHRAIN KATAR VEREINIGTE ARAB. EMIRATE JORDANIEN ZYPERN Mittelmeer Kaspisches Meer Schwarzes Meer Pers. Golf Rotes Meer Osmanisches Reich 1914 Staaten nach 1945 Mandats- oder Kolonialherrschaft Sowjetunion (bis 1991) Siedlungsgebiet der Kurden Erdölfelder und Pipelines britisch französisch Flächenfarbe Amman Damaskus Bagdad Jerusalem Beirut Nikosia Riad Doha Kuwait Eriwan Tiflis Baku Aschgabat Abu Dabi Kairo Ankara Istanbul 500 km 250 0 Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten ab 1867. Längsschnitt 124 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

RkJQdWJsaXNoZXIy ODE3MDE=