Zeitbilder 8, Schülerbuch

Die Aufgaben auf dieser Doppelseite unterstützen dich dabei, die Historische Orientierungskompetenz weiterzuentwickeln. Am Beispiel von Quellen und Darstellungen über vergangene und aktuelle politische Entwicklungen im Nahen und Mittleren Osten trainierst du, Gründe für vorgeschlagene Orientierungsangebote oder ihnen zu Grunde liegende Absichten zu erkennen und herauszuarbeiten. So erweiterst du auch dein Verständnis der Konflikte in dieser Region. Zusammenfassung der Resolution 181 der UNOVollversammlung über die Teilung Palästinas, 1947 (Ausschnitt): To solve the problem of the future of Palestine that was under British mandate, the General Assembly of the UN decides (…) to divide the territory of Palestine as follows: • A Jewish State covering 56 percent of Mandatory Palestine (excluding Jerusalem) with a population of 498 000 Jews and 325 000 Arabs; • An Arab state covering 43 percent of Palestine, with 807 000 Arab inhabitants and 10 000 Jewish inhabitants; • An international trusteeship regime in Jerusalem, where the population was 100 000 Jews and 105 000 Arabs. The partition plan also laid down: • The guarantee of the rights of minorities and religious rights; including free access to and the preservation of Holy Places; • The constitution of an Economic Union between the two states: customs union, joint monetary system, joint administration of main services, equal access to water and energy resources (…). (Palestine-Israel Journal, Vol. 9, No. 4, 2002. Online auf: http://www. pij.org/details.php?id=115, 2. 1. 2019) Die Bedeutung Ostjerusalems: Der Status von Jerusalem ist seit jeher einer der heikelsten Punkte in den Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern. Während Israel nämlich darauf besteht, dass Jerusalem in seinen heutigen Grenzen „unteilbar“ Hauptstadt des Landes ist, wollen die Palästinenser Ostjerusalem zur Hauptstadt ihres künftigen Staates machen. Für Juden, Muslime und Christen ist die Stadt heilig, befinden sich doch in der Altstadt, die auf dem Gebiet Ostjerusalem liegt, wichtige Heiligtümer dieser drei Religionen. Ostjerusalem war seit dem Palästinenserkrieg 1948 von Jordanien besetzt, wurde aber im Zuge des Sechstagekrieges 1967 von Israel erobert. Diese Annexion und die Ausweitung des Stadtgebietes um Teile des Westjordanlandes wurde von der internationalen Gemeinschaft nie anerkannt, weshalb auch die von Israel errichteten Siedlungen als illegal gelten. Zudem trennt die gewaltige Mauer, von Israel zur M1 M2 7. Naher und Mittlerer Osten Terrorabwehr errichtet, das Westjordanland immer stärker vom arabischen Teil Jerusalems. Muslime müssen sich zum Besuch ihrer heiligen Stätten an Checkpoints Kontrollen unterwerfen, die zur Zeit im Ramadan besonders streng sind. (Wiener Zeitung, 13./14. 8. 2011, S. 7) Teilungsplan der UNO, 1947: Beersheba Hebron Nablus Safad Haifa Gaza Rafah Akaba Akko Tel Aviv Nazareth Jaffa Amman SYRIEN LIBANON ÄGYPTEN TRANSJORDANIEN Jerusalem Bethlehem Teilungsplan der UNO, 1947 jüdischer Staat arabischer Staat UN-Verwaltung 0 30 60 km Tessler, A History of the Israeli-Palestinian Conflict, 1994, S. 262. Wiederaufnahme des Siedlungsbaus im Westjordanland, 2017: Israels Ministerpräsident Netanyahu will den Siedlungsbau im besetzten Westjordanland vorantreiben. Nun hat das Sicherheitskabinett am Donnerstag (30. 3. 2017) einstimmig die Errichtung einer neuen Ortschaft nördlich der Palästinenserstadt Ramallah gebilligt. Sie soll für die Einwohner des Anfang Februar geräumten Siedlungs-Außenpostens Amona entstehen. (…) In den vergangenen Jahren waren bestehende jüdische Siedlungen durch den Bau neuer Wohnungen immer weiter ausgeweitet worden. Derzeit leben rund 600.000 Siedler im seit 1967 besetzten WestjordanM3 M4 120 Kompetenztraining Historische Orientierungskompetenz Mögliche Gründe für vorgeschlagene Orientierungsangebote in Darstellungen der Vergangenheit herausarbeiten Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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