Zeitbilder 7, Schülerbuch

reich und Großbritannien angekündigt, ab dem Jahr 2040 keine neuen Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zuzulassen, um den CO2-Ausstoß zu verringern. Die Belastung der Umwelt (z. B. der Weltmeere) durch Plastikabfall verlangt nach weltweiten Maßnahmen. Sustainability – nachhaltige Entwicklung Als „nachhaltig“ wird eine Entwicklung dann bezeichnet, wenn sie den Bedürfnissen der heutigen Generation entspricht, ohne die Entwicklungsmöglichkeiten künftiger Generationen zu gefährden. Dabei geht es z.B. darum, Lebensmittel umweltschonend zu erzeugen oder erneuerbare Energiequellen zu nutzen. Natur-, Tier- und Pflanzenschutz sowie Raumplanung und Landschaftspflege sind z. B. im Rahmen der „Alpenkonvention“ nachdrücklich zu fördern. Auf der UNO-Klimakonferenz in Paris im Jahr 2015 wurde eine weltweite Klimaschutz-Vereinbarung beschlossen. Sie sieht die Begrenzung der globalen Erderwärmung auf unter 2° C, möglichst 1,5° C im Vergleich zu vorindustriellen Werten vor. 175 Staaten unterzeichneten das Abkommen. Doch im Jahr 2017 stiegen die USA aufgrund von großen Meinungsunterschieden darüber, ob die vom Menschen verursachten CO2-Emissionen tatsächlich der primäre Faktor bei der Erderwärmung sei, aus. Ebenfalls im Jahr 2015 hat die Generalversammlung der Vereinten Nationen in New York die „Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung“ beschlossen (vgl. Kapitel 6 „Politik gegen weltweite Armut – die UN-Agenda 2030“, S. 152 f.). Fragen und Arbeitsaufträge 1. Skizziere ausgehend vom einleitenden Text unter Einbeziehung deiner persönlichen Wahrnehmung mögliche Bedrohungsszenarien durch eine veränderte Umwelt. Arbeite dabei heraus, wo es fundiertes Wissen gibt und wo nicht. 2. Zähle wichtige Anliegen der einzelnen Umweltbewegungen auf. Setze dich mit einem dieser Themen genauer auseinander. 3. Arbeite anhand der Literaturstelle heraus, was laut Kofi Annan (gest. 2018) eine energiepolitische Perspektive für afrikanische Staaten sein könnte. Erörtere diese Perspektive und beziehe dabei auch die Vorgabe der UNO-Klimakonferenz von Paris mit ein. Neue Perspektiven L In der Nähe von Quarzazata in Marokko, am Rand der Sahara, stehen in einem Tal rund 500 000 Parabolspiegel in Reih und Glied und folgen der Bewegung der Sonne über dem Himmel. Das 620 Mio. teure Solarkraftwerk hat im Februar 2016 seinen Betrieb aufgenommen – und es wird nicht lange das einzige seiner Art bleiben. Mehrere afrikanische Länder beginnen, aggressiv ihre Kapazitäten im Bereich Sonnen- und Windenergie auszubauen. Die Dynamik dieses Prozesses wirft die Frage auf, ob ein großer Teil des Kontinents sich direkt in eine saubere Zukunft katapultieren kann, ohne den Umweg über die Energiegewinnung durch Verbrennung, mit der Europa, die USA, China und andere nach wie vor die Umwelt verschmutzen und das Weltklima gefährden. „Die afrikanischen Nationen müssen sich erst gar nicht in die Hände der alten, kohlenstoffreichen Technologien begeben“, schrieb 2015 Kofi Annan, der frühere Generalsekretär der Vereinten Nationen. „Wir können jedermann Zugang zu Energie verschaffen, indem wir ein Entwicklungsstadium überspringen und direkt zu den neuen Technologien übergehen, die überall auf der Welt die Energieversorgung revolutionieren.“ (…) Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass das Potenzial für Sonnen- und Windenergie auf dem Kontinent weit größer ist als vermutet – bis zum 3 700- Fachen des gegenwärtigen Verbrauchs an elektrischer Energie. (Gies, Energierevolution für Afrika, Spektrum der Wissenschaft 5/2017, S. 72 f.) In Europa hat die Aufdeckung des „Abgasskandals“ im Jahr 2015, wonach Abgaswerte bei Autos manipuliert worden waren, den Forderungen nach dem Ausbau der E-Mobilität Nachdruck verliehen. So haben z.B. Frank- Besetzung der Hainburger Au im Dezember 1984. Foto, 1984. Politische und soziale Welten nach 1945 145 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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