Zeitbilder 7/8, Schülerbuch

„Die vereinten Nationen intervenieren im Suezkonflikt, die Russen kommen in Ungarn davon.“ Karikatur, veröffentlicht in der Satire-Zeitschrift „Punch“, London, 1956. Beurteile die Karikatur daraufhin, was die UNO (strenge Lehrerin) im Blick hat und worauf sie nicht achtet. Ziehe dazu auch die Infos über Ungarn auf S. 96 heran. termauern, betrieb auch er eine aggressive Politik gegenüber Israel. Als er sich entschloss, Waffen im Ostblock zu kaufen, verweigerten ihm die USA die bereits zugesagten Mittel zur Erbauung des riesigen Nilstaudammes bei Assuan. Daraufhin verstaatlichte Nasser 1956 den Suezkanal. Diesen hatte bisher eine internationale westliche Kapitalgesellschaft betrieben. Im Oktober 1956 war die Weltpolitik jedoch mit der Ungarnkrise befasst (vgl. S. 96). Das nützte Israel in Absprache mit Großbritannien und Frankreich für einen Angriff auf Ägypten. Auch die beiden europäischen Großmächte landeten Truppen, um – wie sie vorgaben – den Suezkanal zu schützen. Die USA waren über das Unternehmen nicht unterrichtet worden. Sie stellten sich ebenso wie die UdSSR dagegen, um einen größeren Krieg zu vermeiden. Nachdem die UNO die Angreifer verurteilt hatte, mussten sie sich aus Ägypten zurückziehen. An der Grenze zwischen Israel und Ägypten wurden UNO-Truppen stationiert. Die Sowjetunion sprang als Kreditgeber für den Bau des Assuan-Staudammes ein und unterstützte Ägypten von nun an militärisch. Damit hatte sie in der arabischen Welt und gleichzeitig im Mittelmeerraum Fuß gefasst. Israel erhielt daraufhin Unterstützung von den USA. Kalt war der Kalte Krieg nur zwischen den Supermächten. In vielen bedeutenden Krisengebieten kam es in jenen Jahren zum offenen Kampf, zu so genannten „Stellvertreterkriegen“. Oftmals führten auch direkte Konfrontationen zwischen den Supermächten zwar nicht zu Kriegen, wohl aber zu ernsthaften Krisen. Der Koreakrieg 1950 – 1953 Nach dem Abzug der japanischen Truppen 1945 sollte Korea ein unabhängiger Staat werden, zunächst noch unter alliierter Besatzung. Im Norden wurde eine unter sowjetischem Einfluss stehende Regierung gebildet, im Süden eine unter US-amerikanischem Einfluss. Beide erhoben Anspruch auf Gesamtkorea. Nach dem Abzug der Besatzungsmächte versuchte die nordkoreanische Regierung die Wiedervereinigung mit Gewalt zu erreichen. Sie ließ ihre Truppen in Südkorea einmarschieren. Der Sicherheitsrat der UNO verurteilte das Vorgehen Nordkoreas als Aggression und beschloss eine Militäraktion. Da die Sowjetunion zu diesem Zeitpunkt den Sicherheitsrat aus Protest gegen die Mitgliedschaft der Republik China (Taiwan) boykottierte, konnte sie kein Veto einlegen. Die USA und ihre Verbündeten landeten Truppen in Korea. Nach schweren, wechselvollen Kämpfen und nachdem auf der Seite Nordkoreas starke „Freiwilligenverbände“ aus der Volksrepublik China eingegriffen hatten, kamen die Fronten nahe dem 38. Breitengrad zum Stehen. Ein Waffenstillstand beendete die militärischen Auseinandersetzungen. Bis heute wurde jedoch zwischen Nord- und Südkorea kein Friedensabkommen vereinbart. Ostmeer Gelbes Meer C h i n a Japan NordSüdKorea Seoul Pjöngjang Russl and I:\600-ahs_bbs\620-ahs-oberstufe\geschichte_os\gra k_karten_etc\zbos56sb_08845 38. Breitengrad Der Koreakrieg 1950–1953. Die Suezkrise 1956 Die Niederlage im arabisch-israelischen Krieg von 1948/49 hatte in Ägypten innenpolitische Folgen: Offiziere stürzten König Faruk (1936 – 1952) und seine korrupte Regierung. In den darauf folgenden Machtkämpfen setzte sich Oberst Gamal Abdel Nasser durch. Um seinen Führungsanspruch in der arabischen Welt zu un3. Kriege und Krisen im Zeitalter des Ost-West-Konflikts 92 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv

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