Begegnungen mit der Natur 1, Schulbuch
Der Mensch 73 Die Beratungsstelle „Rat auf Draht“ erreichst du unter der Nummer 147. 72 Fass mich nicht an! Ich will das nicht! Nein! Nein, nein und nochmals nein! Sexuelle Gewalt liegt immer dann vor, wenn eine Person zu sexuellen Handlungen überredet oder gezwungen wird, die ihr unangenehm und unerwünscht sind. Leider sind Meldungen über Vergewaltigung , Nötigung zu sexuellen Hand- lungen und sexuellen Missbrauch in den Medien keine Seltenheit. Mäd- chen sind häufiger Opfer als Buben. An erster Stelle stehen Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren. Die Täter, die in den meisten Fällen männlich sind, kommen zum Großteil aus dem Umfeld der Kinder: Väter, Stiefväter, Onkel, enge Freunde der Fa- milie, Nachbarn usw. Vertraue deinen Gefühlen Dein Körper gehört nur dir alleine. Du hast ein Recht darauf, dass die von dir gesetzten Grenzen akzeptiert und respektiert werden. Scheue nicht da- vor zurück, „nein“ zu sagen, wenn von dir Handlungen verlangt werden, die dir unangenehm sind oder nicht mehr harmlos erscheinen! Lehne un- erwünschte Zärtlichkeiten und Berührungen ab! Die Täter schüchtern ihre Opfern meistens ein In Österreich werden jährlich etwa 800 Fälle sexueller Übergriffe allein an Kindern (unter 14 Jahren) zur Anzeige gebracht. Die Zahl jener Fälle, die ungemeldet bleiben, wird auf 10 000 bis 25 000 geschätzt. Studien haben gezeigt, dass die Bereitschaft zur Anzeige mit zunehmen- dem Bekanntschafts- oder Verwandtschaftsgrad abnimmt. Diese Tatsache lässt sich damit begründen, dass die Täter ihren Opfern oft Angst machen, indem sie ihnen beispielsweise das Gefühl vermitteln, die sexuellen Handlungen durch ihr Verhalten selbst herbeigeführt zu haben. Sie reden den betroffenen Kindern häufig ein, dass – wenn sie etwas ver- raten sollten – die Mutter darunter leidet, die Familie daran zerbricht und das Kind selbst in ein Heim kommt. Viele Opfer schweigen auch aus Angst davor, dass ihnen niemand glauben wird. Das Schweigen führt meistens dazu, dass der Täter seine sexuellen Übergriffe ungeniert fortsetzt. Vielen Kindern wird deshalb oft jahrelang sexuelle Gewalt angetan. Du darfst nicht schweigen Wenn dir so etwas passiert oder vielleicht schon passiert ist, wenn dich et- was bedrückt oder du unangenehme Erlebnisse hast, rede darüber mit je- mandem, dem du vertraust. Du hast auch die Möglichkeit, bei einer Bera- tungsstelle anzurufen und um Hilfe zu bitten. Auch wenn dir diese Schritte noch so unangenehm sind, scheue auf keinen Fall davor zurück. Ganz wichtig ist es, dass du weißt, dass du niemals Schuld hast! Vergewaltigung unter Gewaltan- drohung oder Gewaltanwendung er- zwungener Geschlechtsverkehr sexuelle Übergriffe liegen vor, wenn eine Person zu sexuellen Handlungen, die ihr unangenehm oder uner- wünscht sind, überredet oder gezwun- gen wird. Beratungsstellen Rat auf Draht 147 Kindernotruf 0800 567567 Telefonfürsorge 142 Kinder- und Jugendanwalt > des Bundes 0800/240 264 > Burgenland 057 600 28 08 > Steiermark 0316 877 49 21 > Kärnten 0800 221 708 > Tirol 0512 508 37 92 > Vorarlberg 05522 84 900 > Salzburg 0662 430 550 > Oberösterreich 0732 779 777 > Niederösterreich 02742 90811 > Wien 01 7077 000 42 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum d s Verlags öbv
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