Begegnungen mit der Natur 1, Schulbuch
Der Mensch Schwangerschaft und Geburt Die Verschmelzung von Eizelle und Spermium ist der Beginn neuen Lebens. Auch wenn man noch nichts sehen kann, ist mit der Befruchtung bereits ein vollständiges Programm festgelegt: Körpergröße, Haarfarbe, gelockte oder glatte Haare, Lippen- und Nasenform, wie auch Begabungen und vieles andere mehr. Ungefähr sechs oder sieben Tage nach der Befruchtung kommt die aus der befruchteten Eizelle entstandene Zellkugel in der Gebärmutter an. Sie nistet sich dort in die Schleimhaut ein. An der Einnistungsstelle bildet sich ein gut durchblutetes Organ, die Plazenta . Es versorgt das heranwachsende Baby über die so genannte Nabelschnur mit Sauerstoff und Nährstoffen. Außerdem ist sie für den Abtransport der Ausscheidungsprodukte des Babys verantwortlich und produziert Stoffe, die für die Entwicklung des Babys notwendig sind. Schon im ersten Monat beginnt das Babyherz zu schlagen Mit Ende des ersten Schwangerschaftsmonats ist der Embryo etwa einen Zentimeter lang. Sein kleines Herz, noch ein einfacher Schlauch, hat be- reits zu schlagen begonnen. Bis zum Ende des dritten Monats sind alle Organe angelegt. Der Embryo ist bereits neun Zentimeter lang bei einem Gewicht von etwa 30 Gramm und wird ab jetzt als Fetus oder Fötus bezeichnet. Im sechsten Monat wiegt der Fetus bereits 900 Gramm und ist ungefähr 30 Zentimeter lang. Die Muskeln wachsen und die Haut wird dicker. Sie bleibt aber durch die noch fehlenden Fettpölsterchen runzelig. Die Kopf- haare werden dichter und die Fingernägel beginnen zu wachsen. Spätestens im neunten Schwangerschaftsmonat dreht sich das Baby – meistens – in die richtige Geburtslage, mit dem Kopf zum Beckenausgang. Durch die Ausbildung von Fettpölsterchen erreicht es sein Geburtsgewicht von etwa 3 500 Gramm bei einer Länge von ungefähr 50 Zentimetern. Regelmäßige Wehen kündigen die Geburt an Etwa 37 Wochen nach dem Einnisten des Embryos in die Gebärmutter- schleimhaut beginnen die Wehen . Das Kind wird dabei aus der Gebärmut- ter durch die Scheide nach außen gepresst. Da die Knochen des kindlichen Schädeldaches noch nicht fest miteinander verwachsen sind, können sie sich gegeneinander verschieben. So wird der Durchtritt durchs Becken der Mutter erleichtert. Plazenta wird auch als Mutterkuchen bezeichnet Embryo „embryon” (griech.) = unge- borene Leibesfrucht Bezeichnung für das heranwachsende Baby bis Ende des dritten Schwanger- schaftsmonats Fetus, Fötus „fetus“ (lat.) = Nach- kommenschaft, Brut Bezeichnung für das heranwachsende Baby ab dem Ende des dritten Schwangerschaftsmonats Wehen krampfartiges Zusammenzie- hen der Gebärmuttermuskulatur 63 Auf dem Ultraschallbild lässt sich der Fetus gut erkennen. 64 Schwangerschaft (ungefähr zweites, sechstes und neuntes Monat) bis zur Geburt (Schema) Nabelschnur Plazenta 38 Nur zu Prüfzwecken – Eigentum des Verlags öbv
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