global 7. Geographie und Wirtschaftskunde, Schulbuch

105 Demographische Entwicklungen und gesellschaftspolitische Implikationen beurteilen Arbeitsheft S. 46 1 Informieren Sie sich unter www.generation-what.at über die Ergebnisse der Studie Ihrer Altersgruppe zu den Themen „Arbeit? Bitte warten!“, „Allein, aber frei?“, und „Arm und Reich“ und diskutieren Sie die Ergebnisse. 2 Beantworten Sie die Fragen unter www.generation- what.at und vergleichen Sie Ihre Ergebnisse mit denen Ihrer Altersgruppe. 3 Interpretieren Sie den Zusammenhang zwischen höchster abgeschlossener Ausbildung und Alter bei der Geburt des ersten Kindes und begründen Sie diesen Zusammenhang. } { } Herausforderung Wohnungsmarkt Mit Erreichen der Volljährigkeit wollen viele junge Men- schen von Zuhause ausziehen. Allerdings gestaltet sich die Wohnungssuche immer schwieriger. Die steigenden Miet- preise, vor allem im städtischen Raum, werden für junge Menschen zunehmend zum Problem. In Österreich sind die Bruttomieten zwischen 2008 und 2014 um rund 22 Prozent gestiegen. Vor allem Studierende und junge Menschen in Ausbildung, die finanziell von ihren Eltern nicht unterstützt werden, können sich die hohen Mieten kaum leisten. Das ist jungen Menschen wichtig: Selbstverwirklichung statt Karriere; Familie und Freunde Jugendliche als passive und desinteressierte Couch-Pota- toes – ein weit verbreitetes Klischee, das Jugendministerin Sophie Karmasin bei der Präsentation einer aktuellen Studie widerlegte. „Wir haben aktive, engagierte, junge Menschen, die etwas vom Leben wollen.“ Diese sind opti- mistisch ihre Zukunftschancen betreffend, aber kritisch gegenüber gesamtgesellschaftlichen Entwicklungen. Das ergab der „Jugendmonitor“, eine Befragung von 800 öster- reichischen Jugendlichen im Alter von 14 bis 24 Jahren. Hohes Einkommen und große Karrierechancen sind Ju- gendlichen eher nebensächlich. Spaß, nette Kollegen, angenehmes Arbeitsklima sowie Vereinbarkeit mit der Familie – so sollte der ideale Job aussehen. „Familie ist ein zentraler Wert. Man braucht nicht zu glauben, dass sich die Jugendlichen davon wegbewegen“, resümierte die Ministerin. Damit sind aber auch die Sorgen junger Menschen ver- knüpft. Rund 40 Prozent wissen nicht, ob sie überhaupt Kinder haben wollen. Vor allem die Vereinbarkeitsfrage wird kritisch betrachtet. Mädchen und Frauen sehen sich benachteiligt, bei Burschen und Männern fehlt teils das Bewusstsein für eine gänzlich gleichberechtigte Rollen- verteilung. Karmasin: „Wir müssen sie dahingehend beru- higen, dass Kinder und Familiengründung kein Knick in der Karriere, dem Beruf, der finanziellen Situation oder sozialen Anerkennung ist.“ Als Maßnahmen nennt sie unter anderem den Ausbau von Kinderbetreuungsplätzen für unter Dreijährige. Themen wie Pensionen, Sozialleistungen und Arbeits- plätze wird eine kritische Erwartungshaltung entgegen- gebracht, jedoch mehr in Bezug auf das System als Ganzes. Die Mehrheit fordert eine Reform des Pensions- systems – sie ist überzeugt, sonst einmal keine zu erhal- ten. Grundsätzlich blicken die Jugendlichen aber positiv in ihre Zukunft. Das setzt sich beim Thema Jobchancen fort. Mehr als die Hälfte fühlt sich auf das Arbeitsumfeld gut vorbe- reitet. Karmasin folgert daraus, dass die Jugendlichen ein hohes Selbstbewusstsein haben, klar wissen, wo ihr Leben hingehen soll und in welchen Prioritäten sie agieren wer- den. Risikobereit sind dennoch die wenigsten. Rund drei Viertel der Jugendlichen will angestellt sein. Der Wunsch nach Selbstständigkeit ist gering. Um den Unternehmens- geist zu fördern, kündigte Karmasin an, ab Herbst 100 000 Euro für „Mikroförderungen“ zur Verfügung zu stellen. Diese sollen Jugendliche mit bis zu 500 Euro unterstützen, um Aktivitäten in der Gemeinde oder in der Schule umzu- setzen. Zudem bekommen sie „kompetente Ansprechper- sonen“ für die Planung. Sorgen bereitet der Ministerin das Thema Mobbing. Im- merhin wurden 28 Prozent der befragten Jugendlichen schon einmal gemobbt – im echten Leben und via Inter- net. „Dieser Wert ist im Vergleich zum Europaschnitt deut- lich erhöht.“ Karmasin vermutet, dass Eltern zu wenig über den Umgang mit neuen Medien wissen. Mit Workshops und Schulungen will sie sowohl Kinder als auch Eltern aufklären. Im Hinblick auf die EU-Wahl relevant: Für klassi- sche Parteipolitik interessieren sich die Jungen eher weni- ger. Immerhin: Acht von zehn Befragten ist es wichtig, mitbestimmen zu können. (https://kurier.at/leben/so-ticken-oesterreichs-jugend- liche/64.278.769, Sandra Kumetsberger, 7. 5. 2014, abgerufen am 20. 3. 2017) M4 So ticken Österreichs Jugendliche Nur zu Prüfzwecken – Eig en tum des Verlags öbv

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